Allgemeine Eigenschaften der stationären Zustände

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\left[ -\frac{{{\hbar }^{2}}}{2m}\Delta +V(\bar{r}) \right]\phi (\bar{r})=E\phi (\bar{r})

die zeitunabhängige Schrödingergleichung mit dem skalaren Potenzial V

Annahme: V(\bar{r})\to 0für\left| {\bar{r}} \right|\to \infty

außerdem soll das Potenzial stückweise stetig sein und nach unten beschränkt.

Dann gilt:

  1. E<0

Prinzipiell sind nur diskrete Eigenwerte E>Vmin möglich.

Dies ist ein klarer Widerspruch zur klassischen Mechanik, nach der alle Zustände mit E\ge {{V}_{\min }}möglich sind.

Die Anzahl der Eigenwerte und ihr Abstand hängt jedoch von der Form von V ab.

Wenn \begin{matrix}

\lim   \\

r\to \infty   \\

\end{matrix}\left| V(\bar{r}) \right|\tilde{\ }\frac{1}{{{r}^{2+\delta }}}mit δ > 0. Das Potenzial muss also nur für r gegen unendlich dieses Verhalten zeigen. Dann existieren nur ENDLICH viele diskrete Werte.

Also: es gibt genau dann endlich viele Zustände im Potenzial, wenn das Potenzial schneller verschwindet als 1/r².

Typische Beispiele sind kurzreichweitige Potenziale wie die Dipol- Dipol- Wechselwirkung \left| V(\bar{r}) \right|\tilde{\ }\frac{1}{{{r}^{6}}}oder der rechteckige Potenzialtopf.

Bei sehr flachen Potenzialen (sehr flaches Vmin) existiert möglicherweise gar kein Zustand im Potenzialtopf (gar kein Eigenwert existiert).

In eindimensionalen Potenzialen allerdings existiert stets ein Eigenwert E<0.

Langreichweitige, langsam abfallende Potenziale können unendlich viele E<0 mit einem Häufungspunkt bei E=0 haben (Wasserstoffatom). Dies trifft vor allem für das 1/r- Potenzial zu!

Eigenzustände zu E<0

Sind in jedem Fall Normierbar: \int_{{{R}^{3}}}^{{}}{{{d}^{3}}r}{{\left| \phi (\bar{r}) \right|}^{2}}=1

\begin{matrix}
\lim   \\
\bar{r}->\infty   \\
\end{matrix}\phi (\bar{r})\to 0 hinreichend rasch!. Die Aufenthaltswahrscheinlichkeit ist damit im Endlichen lokalisiert. Das bedeutet: Die Zustände sind gebunden.

Es existieren also gebundene Zustände im Bereich E<0 (vergleiche: elliptische Bahnen bei 1/r- Potenzialen für E<0)

Im Gegensatz zur klassischen Mechanik ist jedoch die Aufenthaltswahrscheinlichkeit auch in Bereichen mit E<V(r) von Null verschieden: Klassisch: \frac{{{p}^{2}}}{2m}+V(\bar{r})=E Grund dafür ist die Unschärferelation: \Delta p\Delta x\ge \frac{\hbar }{2} Für ebene Wellen als Lösung der Schrödingergleichung der Form eikx gilt dann wegen k\tilde{\ }\sqrt{E-V\ }\in \operatorname{Im}, falls E < V somit {{e}^{ikx}}={{e}^{-\operatorname{Re}}} → exponentiell gedämpftes Eindringen in die Barriere!

E>0

Hier ist das Energiespektrum grundsätzlich kontinuierlich. Die Eigenfunktionen sind dabei nicht normierbar:

\begin{matrix}
\lim   \\
\bar{r}->\infty   \\
\end{matrix}\phi (\bar{r})\to constoder oszilliert.

Beispiel: Ebene Welle \phi (\bar{r})={{e}^{i\bar{k}\bar{r}}}ist Lösung von

-\frac{{{\hbar }^{2}}}{2m}\Delta \phi (\bar{r})=E\phi (\bar{r})mit E=\frac{{{\hbar }^{2}}{{k}^{2}}}{2m}>0
k\in R\Rightarrow {{e}^{ikr}} ist oszillierend!
\phi (\bar{r})={{e}^{i\bar{k}\bar{r}}} ist also Lösung der Schrödingergleichung mit V=0

Es gibt keine Einschränkungen an E=\frac{{{\hbar }^{2}}{{k}^{2}}}{2m}>0. Die Energie ist gleich der kinetischen Energie! Falls V=0 Das Teilchen ist ganz klar nicht im Endlichen lokalisiert. Man spricht auch von einem stationären Streuzustand. Beispiel: Elektronen in Metallen → Elektronengas! Nebenbemerkung: Wellenpakete und damit auch Photonen sind KEINE stationären Zustände (= Energie- Eigenzustände). Die unendliche Delokalisation stellt sich also als Problem hier noch gar nicht an Photonen oder Wellenpakete im Allgemeinen. (für " Energieeigenzustände") Bemerkungen

  1. Die Klassifizierung E<0 und E>0 gilt auch dann noch, wenn V(\bar{r})Punktsingularitäten hat, also auch beim V(\bar{r})\tilde{\ }\frac{1}{r}bei r=0 oder beim Delta- Potenzial
  2. In Bereichen mit V(\bar{r})\to \infty gilt grundsätzlich φ = 0. Auch quantenmechanisch kann hier das Teilchen nicht eindringen. Insbesondere folgt als Randbedingung an einer unendlich hohen Potenzialschwelle:
\phi {{\left. {} \right|}_{Rand}}=0
  1. Qualitativ verschieden ist das Verhalten bei periodischen Potenzialen V(\bar{r}).Dies beobachtet man beispielsweise bei Elektronen in Kristallen. So entstehen beispielsweise Energiebänder.

Eindimensionale stationäre Zustände

In Spezialfällen lassen sich Probleme separieren/reduzieren:

V(\bar{r})={{V}_{1}}({{x}_{1}})+{{V}_{2}}({{x}_{2}})+{{V}_{3}}({{x}_{3}})

Separation in kartesischen Koordinaten:

\phi (\bar{r})={{\phi }_{1}}({{x}_{1}}){{\phi }_{2}}({{x}_{2}}){{\phi }_{3}}({{x}_{3}})

Die Schrödingergleichung lautet:

\begin{align}
& \sum\limits_{i=1}^{3}{{}}\left[ -\frac{{{\hbar }^{2}}}{2m}\frac{{{\partial }^{2}}}{\partial {{x}_{i}}^{2}}+{{V}_{i}}({{x}_{i}}) \right]{{\phi }_{1}}({{x}_{1}}){{\phi }_{2}}({{x}_{2}}){{\phi }_{3}}({{x}_{3}})=E{{\phi }_{1}}({{x}_{1}}){{\phi }_{2}}({{x}_{2}}){{\phi }_{3}}({{x}_{3}}) \\
& \Rightarrow \frac{\frac{{{\hbar }^{2}}}{2m}{{\phi }_{i}}\acute{\ }\acute{\ }({{x}_{i}})+{{V}_{i}}({{x}_{i}}){{\phi }_{i}}({{x}_{i}})}{{{\phi }_{i}}({{x}_{i}})}={{E}^{(i)}} \\
\end{align}

mit E = E(1) + E(2) + E(3) Insbesondere (Beispiel): V2 + V3 = 0→ freie Bewegung in x2 und x3- Richtung

\phi (\bar{r})={{\phi }_{1}}({{x}_{1}}){{e}^{i{{k}_{2}}{{x}_{2}}}}{{e}^{i{{k}_{3}}{{x}_{3}}}}
E={{E}^{(1)}}+\frac{{{k}_{2}}^{2}{{\hbar }^{2}}}{2m}+\frac{{{k}_{3}}^{2}{{\hbar }^{2}}}{2m}

Beispiel: Quantentopf in Halbleitern (Quantum Well) Halbleiterschichtstruktur:


Durch die Variation des Legierungsverhältnis x und durch die Schichtdicke läßt sich Vo und a maßgeschneidert produzieren und somit auch die Lage und Zahl der Energieniveaus im Halbleiter. Das effektive Potenzial der Leitungselektronen ist der Quantentopf wie im rechten Diagramm dargestellt. Beispiel: Für GaAs/ AlGaAs der Form:

GaAs / Al0,3Ga0,7As erhält man Vo = 250 meV. Bei einer Schichtdicke des GaAs von 10 nm ergeben sich 3 gebundene Zustände im Quantentopf.

Durch die gebundenen Zustände im Quantentopf und die freie Beweglichkeit in x2- und x3- Richtung mit der effektiven Masse m * ergibt sich ein zweidimensionaler Leiter, wenn die Spannung in x2- oder x3- Richtung angelegt wird. Legt man einen Strang durch das Material, so gewinnt man einen eindimensionalen Leiter. Beispiel: Kugelsymmetrisches Potenzial Sei V(r)kugelsymmetrisch, so bietet sich Separation in Kugelkoordinaten an: r,\vartheta ,\phi :

\Phi (\bar{r})=R(r)+Y(\vartheta ,\phi )

Beispiel: H- Atom mit Coulombpotenzial V=-\frac{{{e}^{2}}}{4\pi {{\varepsilon }_{0}}r}

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