Beta-Zerfall

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\begin{align}
  & \left( A,Z \right)&\to& \left( A,Z+1 \right)+{{e}^{-}}+\bar{\nu }&{{\beta }^{-}}-\text{Zerfall} \\ 
 & \left( A,Z \right)&\to& \left( A,Z-1 \right)+{{e}^{+}}+\nu &{{\beta }^{+}}-\text{Zerfall} \\ 
 & {{e}^{-}}+\left( A,Z \right)&\to& \left( A,Z-1 \right)+{{e}^{-}}+\nu &{{e}^{-}}-\text{Einfang} \\ 
\end{align} wobei β + -Zerfall und e-Einfang sind konkurrierende Vorgänge

reduziert formuliert als

\begin{align}
  & n&\to& p+{{e}^{-}}+\bar{\nu }&{{\beta }^{-}}-\text{Zerfall} \\ 
 & p&\to& n+{{e}^{+}}+\nu&{{\beta }^{+}}-\text{Zerfall} \\ 
 & {{e}^{-}}+p&\to& n+{{e}^{-}}+\nu &{{e}^{-}}-\text{Einfang} \\ 
\end{align}

Beta-Zerfall energetisch möglich --> siehe Isobarenregel als Folgerung aus der Weizsäckerschen Massenformel

Schema beta Strahlung

Beim ß-Zerfall ist neben der Halbwertzeit t_{1/2} = \frac{0,69}{\lambda} das Energie bzw. Impulsspektrum der Elektronen (Positronen) meßbar. Ein theoretischer Ansatz muß die Form des Impulsspektrums λ(pe), d. h. die Wahrscheinlichkeit für die Emission eines Elektrons (Positrons) mit dem Impuls pe wiedergeben. Die Intergration über alle λ(pe) ergibt die Gesamtübergangswahrscheinlichkeit \lambda=\int \lambda(p_e)d p_e und damit die Halbwertzeit t1 / 2.


Fermi-Ansatz [1] in Analogie zu elektromagnetischen Übergängen. Störungstheorie (Fermis Goldene Regel)

\lambda =\frac{2\pi }{h}{{\left| {{\mathcal{H}}_{if}} \right|}^{2}}\frac{dN}{d{{E}_{0}}} mit
  • Wechselwirkungsoperator \mathcal{H}: <{{\mathcal{H}}_{if}}>=\int {{\psi }_{f}}\mathcal{H}{{\psi }_{i}}d\tau
  • Dichte der Endzustände dN/dE0
Fermi-Ansatz \lambda =\frac{2\pi }{h}{{\left| {{\mathcal{H}}_{if}} \right|}^{2}}\frac{dN}{d{{E}_{0}}} Störungstheorie (Fermi Goldene Regel)
<{{\mathcal{H}}_{if}}>=\int \Phi _{\nu }^{*}\left( {{P}_{\nu }} \right)\Phi _{e}^{*}\left( {{P}_{e}} \right)\Phi _{f}^{{}}\left( A,Z+1 \right)\mathcal{H}\Phi _{i}^{{}}\left( A,Z \right)d\tau mit
  • \Phi _{\nu }^{*}\left( {{P}_{\nu }} \right)\Phi _{e}^{*}\left( {{P}_{e}} \right)-Leptonen- Wellenfunktion
  • \Phi _{f}^{{}}\left( A,Z+1 \right)\Phi _{i}^{{}}\left( A,Z \right)-Nukleonen Wellenfunktion
  • (Integration wegen Nukleonen-WF nur über das Kernvolumen)


Bei Leptonen-WF Ansatz freier Teilchen, d. h. auslaufende ebene Wellen \Phi \left( \overrightarrow{p} \right)\tilde{\ }{{e}^{i\left( \vec{p}\vec{r} \right)/\hbar }}=1+i\left( \vec{p}\vec{r} \right)/\hbar -\frac{1}{2}{{\left( \left( \vec{p}\vec{r} \right)/\hbar  \right)}^{2}}+\ldots

Bei der Integration kann man zunächst alle Anteile mit \left( \vec{p}\vec{r} \right)/\hbar vernachlässigen, da für {{E}_{e}}\succsim 1MeV und für alle Eν gilt:

\hbar/p = \bar \lambda K\approx 200\times10^{-15}m/E[MeV]

und damit pR/\hbar \approx 10^{-2}. Man betrachtet die Leptonenwellenfunktionen also als konstant im Bereich des Kernvolumens. Diese Näherung ist gleichbedeutend mit der Annahme, daß bei der Leptonenemission kein {{FB|Bahndrehimpuls} weggetragen wird ("erlaubte" Übergänge. Δl = 0).

"klassische" Deutung L=Rp\overset{\text{QM}}{\mathop{=}}\,\,n\hbar Bei pR/\hbar \ll 1 ist nur n = 0 maßgebend

Den Wechselwirkungsoperator ersetzt man durch die Kopplungskonstante g, so daß \left\langle {{\mathcal{H}}_{if}} \right\rangle insgesamt unabhängig von pe wird und die Abhängigkeit des Impulsspektrums allein im statistischen Faktor dN / dE0 (der Dichte der Endzustände) steckt.

Allgemein bei freien Teilchen dN ~ p^2 dp, somit bei gleichzeitiger Emission beider Leptonen dN ~ dN(p_e)dN(p_\nu) mit E_0 = E_l + E_\nu =
\sqrt{(m_0c^2)^2+(p_ec)^2}+ p_\nu c (Neutrinomasse = 0 gesetzt). Damit wird das Impulsspektrum λ(pe)dpe:

\lambda \left( {{p}_{e}} \right)d{{p}_{e}}\tilde{\ }\frac{dN}{d{{E}_{0}}}\tilde{\ }\frac{p_{e}^{2}d{{p}_{e}}p_{\nu }^{2}d{{p}_{\nu }}}{d{{E}_{0}}}\tilde{\ }p_{e}^{2}{{\left( {{E}_{0}}-{{E}_{e}} \right)}^{2}}d{{p}_{e}} wegen

p_{\nu }^{2}={{\left( {{E}_{0}}-{{E}_{e}} \right)}^{2}}/{{c}^{2}} und \frac{d{{p}_{\nu }}}{dE}=\frac{1}{c}

Durch Extrapolation bei der Fermi-Darstellung Bestimmung von E0. Damit auch die Möglichkeit zur Bestimmung einer möglichen Neutrinomasse, deren Existenz einen großen Einfluß auf Struktur und Entwicklung des Universums hat. Dabei wegen Fehlerabschätzung E0 möglichst klein wählen, z. B. Tritium-Zerfall ^3H \to ^3He + e- + \bar \nu mit E_0 = 18 keV (t_{1 /2} \approx 12a) [mνc2 zur Zeit \le 7eV].


Integration über Impulsspektrum:

\lambda =\frac{\ln 2}{{{t}_{{}^{1}\!\!\diagup\!\!{}_{2}\;}}}=\mathop{\int }_{0}^{{{P}_{0}}}\lambda \left( {{p}_{e}} \right)d{{p}_{e}}=\text{const }f(Z,{{E}_{0}})\text{ } mit f ( Z, E0) über Coulomb-Korrekturfaktor


Die f-Werte sind tabelliert [2]. Sie enthalten die gesamte Energieabhängigkeit. Grobe Abschätzung:

nichtrelat. Bereich
(Eo « 1 MeV) : E_e ~ p_e^2\to

f\tilde{\ }\int p_{e}^{6}d{{p}_{e}}\tilde{\ }p_{0}^{7}\tilde{\ }E_{0}^{3,5}

relat. Bereich (EO > 1 MeV)
E_e ~ p_e^2\to

f\tilde{\ }\int p_{e}^{4}d{{p}_{e}}\tilde{\ }p_{0}^{5}\tilde{\ }E_{0}^{5}


Bei genauerer Betrachtung muß man berücksichtigen, daß die Spins der beiden Leptonen parallel (Gamow-Teller-Übergänge) oder antiparallel (Fermi-Übergänge) stehen können. Für erlaubte Übergänge (Δl = 0) gelten somit die Auswahlregeln:

Fermi-Ü
{{I}_{i}}={{I}_{f}}\to \Delta I=0
Gamow-Teller-Ü
{{I}_{i}}={{I}_{f}}+1\to \Delta I=0,\pm 1


anschaulich:

\begin{align}
  & \Uparrow &\to &\Uparrow +&\Uparrow +&\Downarrow &\text{Fermi} \\ 
 & n&\to &p+&{{e}^{-}}+&\bar{\nu } & \\ 
 & \Uparrow &\to &\Downarrow +&\Uparrow +&\Uparrow &\text{Gamow-Teller} \\ 
\end{align}

Verbotene Übergänge:

Merkmal: größere Drehimpulsänderungen, größere ft1/ 2-Werte Beiträge für diese Übergänge aus: a) Reihenentwicklung der Leptonenwellenfunktionen

{{e}^{ipr/\hbar }}=1+\underbrace{i\left( pr/\hbar  \right)-1/2{{\left( pr/\hbar  \right)}^{2}}}_{\text{bisher vernachl }\!\!\ddot{\mathrm{a}}\!\!\text{ ssigt}}

b) relativistische Wellenfunktionen der Nukleonen mit vN/c-Beiträge


Beispiele für erlaubte und verbotene Übergänge:



Einzelnachweise

  1. Z. Physik 88, 161 (1934)
  2. Feenburg, Trigg, Rev. Mod. Phys. 22, 399

Weitere Informationen

(gehört nicht zum Skript)

Prüfungsfragen

  • ß Übergänge: Prinzipielle Reaktionsgleichung + Bethe-Weizsäcker
  • Neutrinos: Was ist das wozu braucht man die (beim ß Zerfall)
  • Besonderheit beim ß Zerfall? (siehe Kapitel Paritätsverletzung)
  • Übergangsraten aus Fermis goldener Regel ("grobe" Herleitung)
    • Fermi- und GT-Übergänge

Persönliche Werkzeuge