Kernkräfte
| Kein GFDL | Der Artikel Kernkräfte basiert auf der Vorlesungsmitschrift von Moritz Schubotz des 8.Kapitels (Abschnitt 0) der Kern- und Strahlungsphysikvorlesung von Prof. Dr. P. Zimmermann. |
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Die Abfrage enthält eine leere Bedingung.
Wegen Kräfte immer nur zwischen zwei Nukleonen. Einfachste
Modellsysteme: a) das Deuteron und b) n-p Streuung
a) Deuteron als einfachstes gebundenes Nukleonensystem mit folgenden Eigenschaften
- 1) Bindungsenergie
- 2) Kernspin , magn. Kerndipolmoment (-Zustand) el. Quadrupolmoment mb, d.h. sehr klein
- 3) es existiert kein angeregter Zustand, außerdem gibt es kein Diproton oder Dineutron.
Reduktion des Zweikörperproblems durch Relativkoordinate und red. Masse
Problem bekannt, V unbekannt. Annahme: Zentralpotential.
Separationsansatz von Radial- und Winkelteil
Radialteil mit Zentrifugalpotential
Zentrifugalpotential abstoßend --> Grundzustand 1 = 0 (wird durch I = 1 und unterstützt).
Erste (grobe) Annahme von V(r): Kastenpotential ( )

Lösung RB: für wegen u/r endlich C = 0
Lösung RB: u = A \sin Kr</math> RB: für D=0
Stetiger Anlschluß von u und \frac{du}{dr} bei :
Damit werden die beiden Parameter ( ) des Kastenpotentials miteinander verknüpft, z.B. mögliche Wertepaare

Da für nur I = 1 existiert, sind die Kernkräfte spinabhängig, wobei nur das Triplettpotential bindend ist. Erklärt auch die Nichtexistenz von und durch das Pauli-Prinzip.
Ailsatz V =V1( r) + v 2 (r)0(s--l+o-s-+2 ) (-5-+1 --+ 1 3
05 2 ) :::} 7[S(S+1) 4
Triplett VT = VI (r) + 4 0 V2 (r) S = 1
1
Singulett Vs = VI (r) - 4
3 0 V2 (r) S = 0
Grobe Abschätzung für Singulett-Potential:
Falls V_s gerade nicht mehr bindender, senkrecht auf Potentialwand, so daß man keine abnehmende Exponentialfunktion im
Außenraum anfügen kann.
Die Existenz des (sehr kleinen) Quadrupolmoments bedeutet einen
sehr kleinen Beitrag einer nichtzentralen Kraft, die eine -Zumischung
ermöglicht.
b) n-p Streuung
als "Trefferfläche" , z.B. . Festkörpertarget Kerne/cm³, , Targetlänge z.B. , d.h. "dünnes" Target mit .
Körperproblem: Stoß zweier Teilchen gleicher Masse im CM-System ist äquivalent dem Stoß eines Teilchens mit reduzierter Masse und an einem festen Streuzentrum bei .
Quantenmechanische Formulierung des Streuproblems
differentieller Wirkungsquerschnitt in Raumwinkel :
Speziell für isotrope Streuung (f(\sigma) = const.) ist dann der (Gesamt)-Wirkungsquerschnitt .
Berechnung des Wirkungsquerschnitts:
Zunächst Entwicklung der einlaufenden ebenen Welle nach Kugelwellen. e ikz = eikrcos0 = 1:: i 1 (21+1) jl(kr)"P1(cos0) 1 jl(kr) sphärische Besselfunktionen Sinn: Bei niedrigen Energien (En $ 10 MeV) kann wegen der kurzen Reichweite der Kernkräfte nur der 1 = O-Anteil (S-Wellenl gestreut werden. Teilchen mit 1 t 0 kommen bei diesen Energien nicht nahe genug heran. Quantitativ:
Wegen k
= 0,15".J~ELAB[MeV]i"10l5 m- l
und r o -~ 10-15 m ist für E LAB $ MeV
die Bedingung kro $ 1 erfüllt.
1 2
Der S-Wellenanteil der einlaufenden ebenen Welle lautet mit jo(kr):
sin kr _ eikr_e-lkr
(S-Wellenanteil) =
kr/ 2ikr""'"
auslaufende einlaufende Kugelwelle
Nach dem "Durchlaufen" des Zentralpotentials V = Ver) bleiben der
S-Wellencharakter, der Wellenvektor k und die Teilchenzahl erhalten.
Deshalb kann es nur eine Phasenänderung in der auslaufenden
Kugelwelle geben.
S-Wellenanteil nach Durchlaufen des Streupotentials:
e i (kr+20 0 l_e ikr _ iO sin(kr+ool 2ikr = e 0 " kr
Die Differenz des S-Wellenanteils vor und. nach der Streuung charakterisiert
di~ qestreuten Teilchen, also die gestreute auslaufende
el.kl."
Kugelwelle --r-- " f(0):
eiCkr+
200 l _eikr sinoo
- 2ikr " k
Damit gilt für den diff. Wirkungsquerschnitt in Abhängigkeit von
Berechnung der Streuphase mit einem Kastenpotential (Va' r o ) über
die Schrödingergleichung analog zum Deuteronproblem, jedoch E > O.
Innenbereich I Außenbereich 11
2
[-~2
-
d2
+ V ] U = E " u [_h ~ + 0] U = E • u
2p. dr2 0 2p. dr2
u = Al • sinKr u = A2 " sin(kr+oo )
K = ,; 2fL(E-VQ)' (siehe eiOo"sin(~~+Og) und W ~ u
ofi2 r
k =j~i
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Stetige Anpassung für u und du/dr bei r = r o ergibt
Al sin Kro = A2 " sin (kro+o o ) = A2k(ro-a)
K • Al cos Kro = k • A2 " cos (kro+oo ) = A2k
k " K
. Im niederenergetischen Bereich mit k " K kann man die Sinusfunktion
im Außenbereich durch eine Gerade ersetzen
u ~ A2 (kr+o o ) = A2k(r-a) mit 00 = -ka.
Die sogenannte Streulänge a ist der Schnittpunkt dieser Geraden
mit der r-Achse. Je nachdem (Va' r o ) für E ~ 0 bindend oder nichtbindend
ist, ist a positiv oder negativ. Sehr große Werte für die
Streulänge erhält man, wenn das Potential gerade noch (VT) oder
gerade nicht mehr bindend (Vs ) ist.
- 29 eiCkr+
200 l _eikr sinoo
- 2ikr " k
Damit gilt für den diff. Wirkungsquerschnitt in Abhängigkeit von
der
Wirkungsquerschnitt a = 4~lf(0)12 = 4~.sln Q = 4~a2 unabhängig von E für den Bereich k ({ K mi~2" = -ka und a = 1 0 r o - K tgKro ' In der Streu1änge a sind wieder die beiden Parameter des Kastenpotentials (Vo ' r o) miteinander verknüpft. Experimentell:
Grobe Abschätzung aus Deuteronproblem ergibt für das Triplettpotential a T = 5,7.10-1Sm und damit aT ~ 4,5.10-28m2 . Damit erhält man aus a ~ 20.10-28m2 für a s ~ 68.l0-28m2 und lasl = 23.l0- 28m2 . Das negative Vorzeichen a s < 0 folgt aus Messungen der kohärenten Streuung am Para-Wasserstoff-Molekül. Während der Bereich bis ca. 104 eV vom Si~ulett-Potential beherrscht wird, tritt für den Bereich 104 - 107 eV immer mehr das Triplett-Potential in den Vordergrund. Ab 107 eV müssen verstärkt höhere B'ahndrehimpulsanteile berücksichtigt werden. Bei einer feldtheoretischen Behandlung in Analogie zur Quantenelektrodynamik versucht man die Kernkräfte durch Mesonen-Austauschprozesse zu beschreiben. Dabei wird der "langreichweitige" Teil durch Ein-Pion-Austauschprozesse (Yukawa-Ansatz 1935) und der Bereich mittlerer Reichweite durch Zwei-Pion-Austauschprozesse beschrieben. Der "kurzreichweitige" Teil mit einem stark abstoßenden Anteil (hard core) muß durch den Austausch mehrerer Mesonen behandelt werden. Dabei spielen nicht nur die ~-Mesonen, sondern schwere Mesonen (z.B. das w-Meson mit mc 2 = 783 MeV) wegen ihrer kleinen Compton-Wellenlänge eine besondere Rolle. Da Nukleonen und Mesonen ihrerseits aus Quarks zusammengesetzt sind, die von Gluonen zusammengehalten werden, muß eine genauere Feldtheorie der Kernkräfte auf diesen Teilchen aufbauen.




