Dynamik des 2- Zustands- Systems

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Die potenzielle Energie des magnetischen Moments des Elektronen- Spinsμ¯

im äußeren Magnetfeld B¯=Be¯3

beträgt:

V=μ¯̂B¯

mit μ¯̂=+ge2m0S¯̂=+e2m0σ¯̂

mit g~ 2 und e<0

Somit:

V̂=e2m0σ¯̂B¯=eB2m0σ¯̂3=ωlσ¯̂3

Mit der Larmor- Frequenz ωl:=|e|B2m0

Wenn der Spin an keine weitere Variable ankoppelt, so ist Ĥ=V̂ der Hamiltonoperator der Spinvariable ( im Spin- Hilbertraum). Die Dynamik eines Spins im Magnetfeld ergibt sich über den Zeitableitungsoperator: σ¯̂=i[Ĥ,σ¯̂]=iωl[σ¯̂3,σ¯̂]

Berechnung der Erwartungswerte mit [σ¯̂j,σ¯̂k]=2iεjklσ¯̂l

ddtσ¯̂1=i[H,σ¯̂1]=iωl[σ¯̂3,σ¯̂1]=2ωlσ¯̂2

ddtσ¯̂1=2ωlσ¯̂2ddtσ¯̂2=2ωlσ¯̂1ddtσ¯̂3=0

Dies läßt sich reduzieren: d2dt2σ¯̂1+(2ωl)2σ¯̂1=0 Die Dynamik der Spins bildet also einen Oszillator in der x-y- Ebene. Die zeitliche Unabhängigkeit der Spin3- Komponente liegt dabei alleine an der Wahl des Koordinatensystems, bzw. der Basis ! Wir haben diese gerade so gewählt, dass die 3- Komponente zeitlich unabhängig wird. Die Lösung der Diffgleichung liefert: σ¯̂1t=σ¯̂20sin(2ωlt)+σ¯̂10cos(2ωlt)σ¯̂2t=σ¯̂20cos(2ωlt)σ¯̂10sin(2ωlt)σ¯̂3t=σ¯̂30

Die Anfangsbedingungen können ebenfalls durch Wahl des Koordinatensystems ( feste x-y- Ebene) beeinflusst werden. Wähle: o.B. d.A.: σ¯̂20=0

Wir können uns den Betrag des Erwartungswertes des gesamten Spinvektors ansehen und es zeigt sich :

|σ¯̂t|2=σ¯̂1t2+σ¯̂2t2+σ¯̂3t2=σ¯̂102[cos2(2ωlt)+sin2(2ωlt)]+σ¯̂302=σ¯̂102+σ¯̂302

Mit anderen Worten:

|σ¯̂t|2=|σ¯̂0|2=const , der Betrag des Spins ändert sich zeitlich nicht !

Der Erwartungswert des Spins präzediert also mit der Frequenz 2ωl um das Magnetfeld.

Schrödingergleichung für die Spinzustände ( Pauli- Gleichungen)

ωlσ¯̂3|a(t)=it|a(t) Achtung ! Nur Spin- Hamiltonian ! Dabei muss der Zustand |a(t) in der Spinbasis entwickelbar sein: |a(t)=a1(t)|+a2(t)|

Matrix- Darstellung:

ωl(1001)(a1(t)a2(t))=it(a1(t)a2(t))iωla1=a˙1iωla2=a˙2

Die Lösung lautet:

a1(t)=a10eiωlta2(t)=a20eiωlt

|a(t)=a10eiωlt|+a20eiωlt|

Nebenbemerkung: Hieraus gewinnt man σ¯̂jt , also die Spinpräzession wie oben !

Zustände mit Bahn- und Spinvariablen

Sei nun |nlmms ein Zustand, der Bahn- und Spinfreiheitsgrade beschreibt: |nlmms=|nlm|msHB×HS|nlmHB|msHS

Der Bahnzustand ist Element des Bahn- Hilbertraumes und der Spinzustand Element des Spin- Hilbertraumes. Der Gesamtzustand erfordert einen Raum, der sich als DIREKTES PRODUKT der beiden Hilberträume zeigt. Allgemein gilt für separable oder Produktzustände |n1n2=|n1|n2 ( äquivalente Sprechweise): m1m2||n1n2=m1m2||n1m1m2||n2=m1||n1m2||n2

Ein beliebiger Zustand kann nach Spin- Basis Zuständen |,| zerlegt werden: |Ψt=|Ψ1t|+|Ψ2t|

mit |Ψαt=d3r|r¯r¯||Ψαt In der Ortsraum- Basis mit dem Bahn- Zustand α=1,2

In der Matrix- Darstellung des Spinraumes ergibt dies: |Ψt=(|Ψ1t|Ψ2t)=d3r|r¯(r¯||Ψ1tr¯||Ψ2t)

Mit (|Ψ1t|Ψ2t) entsprechend 2 Spinkomponenten, also entsprechend |,|

Die Vollständigkeit der Zustände |r¯=|r¯|,|r¯=|r¯|

folgt aus: d3r{|r¯r¯|+|r¯r¯|}=1HB×HS

Weiter: r¯||Ψt=r¯||Ψ1tr¯||Ψt=r¯||Ψ2t Also die Komponenten von |Ψt am Ort r¯ , einmal die Komponente mit Spin und einmal die Komponente mit Spin . Dabei gilt:

  1. Das d'Alembertsche Prinzip
  2. Das Hamiltonsche Prinzip
  3. Symmetrien und Erhaltungsgrößen
  4. Der Hamiltonsche kanonische Formalismus
  5. Die Hamilton-Jacobi-Theorie
  6. Mechanik des starren Körpers
  7. Dynamische Systeme und deterministisches Chaos

entspricht der Wahrscheinlichkeit, das Elektron zur Zeit t bei r¯

mit Spin bzw. Spin zu finden. Schrödingergleichung im Spin- Bahn- Raum Hamilton- Operator für Bahn: ĤB=12m0(p¯eA¯)2+V(r) Elektron mit Ladung e<0 Wirkt alleine im Hilbertraum HB

Hamilton- Operator für Spin: ĤS=ωlσ¯̂3ωl=|e|B2m0

ĤS wirkt dabei nur im Hilbertraum HS

Ohne Berücksichtigung von ĤS

ĤB|Ψαt=it|Ψαtα=1,2

Also haben wir je nach Spinzustand schon 2 Schrödingergleichungen in HB

Es gilt (äquivalente Darstellung): ĤB|Ψαt=it|Ψαt(ĤB×1)|Ψt=it|Ψtα=1,2

Dabei 1 = Einsoperator im Spinraum -> Spin bleibt unberücksichtigt. Einheitsmatrix für beliebigen Vorgang im Spinraum: 1=(1001)

MIT Berücksichtigung von ĤS

(ĤB×1+ĤS)|Ψt=it|Ψt

In Matrix- Darstellung: (Ĥ ´B+ωl00Ĥ ´Bωl)(|Ψ1t|Ψ2t)=it(|Ψ1t|Ψ2t)(Ĥ ´B+ωl)|Ψ1t=it|Ψ1t(Ĥ ´Bωl)|Ψ2t=it|Ψ2t PAULI- GLEICHUNG Anwendung - einfacher Zeeman- Effekt mit Spin. 1 Elektron im kugelsymmetrischen Potenzial ( Kern (H)oder Atomrumpf(Na)) und homogenen Magnetfeld B¯=Be¯3

Ĥ=ĤB×1+HS=[12m0(p¯eA¯)2+V(r)]×1|e|B2m0σ¯̂3

Dabei wird durch ĤB×1 der Bahndrehimpuls Hamiltonian durch den Spinraum erweitert. Ĥ=ĤB×1+HS=[12m0(p¯eA¯)2+V(r)]×1|e|B2m0σ¯̂3Ĥ[p¯22m0+V(r)]×1|e|B2m0(L̂3×1+σ¯̂3)p¯22m0+V(r)=H0H0|nlm=Enl|nlm

Wie man sieht bekommt man durch den Korrekturterm |e|B2m0(L̂3×1+σ¯̂3) eine Korrektur an die Energie. Für B=0 -> Eigenzustände mit Spin (H0×1)|nlmms=Enl|nlmms

Insgesamt 2(2l+1) fach entartet. Beim H- Atom: zusätzliche l- Entartung B0

Ĥ|nlmms=H0|nlm|ms|e|B2m0{(L̂3|nlm)|ms+(σ¯̂3|ms)|nlm}L̂3|nlm=m|nlmσ¯̂3|ms=2mS|msH0|nlm|ms|e|B2m0{(L̂3|nlm)|ms+(σ¯̂3|ms)|nlm}=[Enl|e|B2m0(m+2ms)]|nlmms

Das bedeutet: teilweise Aufhebung der 2(2l+1) - fachen Entartung ( sogenannter Anomaler Zeemann- Effekt !) E=EnlμBB(m+2ms)

Dies gilt für PARAMAGNETISCHE Atome mit magnetischem Moment μ3=μB(m+2ms)

Dabei entspricht 2 vor ms dem gyromagnetischen Verhältnis, kommt also wegen dem Landé- Faktor g=2, auch wenn dieser leicht von 2 verschieden ist ! ( Siehe oben). Für dieses Beispiel wird die Energieverschiebung linear zu B am besten in Einheiten von μB angegeben. s und p - Orbital lassen sich folgendermaßen in einem sogenannten Termschema skizzieren ( für den anomalen Zeemann- Effekt ): Das heißt: die m- Entartung, die ohne Spin vollständig aufgehoben wurde, ist jetzt nur noch teilweise aufgehoben ! Da die Aufhebung der Spin- Entartung die Energiezustände wieder so " weiterrückt", dass vorher getrennte wieder zusammenfallen ! Tabelle: Landé- Faktoren Teilchen s g Q Elektron 1/2 2 -e Proton 1/2 5,59 e Neutron 1/2 -3,83 0 Neutrino 1/2 0 0 Photon 1 0 0