Das ideale Bosegas

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Rechnung geht analog zum Fermigas, nur dass die Besetzungszahlen Nj bis unendlich laufen können:

Y=∑N1...Nl=0∞exp⁡(−β∑j=1l(NjEj−μNj))=∏j=1l(∑Nj=0∞exp⁡(−β(NjEj−μNj)))=∏j=1l(∑Nj=0∞tjNj)tj:=exp⁡(−β(Ej−μ))Y=∏j=1l11−tj=∏j=1lYj

Die geometrische Reihe konvergiert genau dann, wenn tj<1, also wenn Ej>μ

à Bose - Einstein- Kondensation erfolgt bereits, wenn Ej=µ!

Somit ergibt sich die Wahrscheinlichkeit, die Besetzungszahlen N1, N2,.... der Einteilchenzustände E1, E2,.... zu finden:

P(N1,N2,...)=Y−1exp⁡(−β(NjEj−μNj))=∏j=1l(1−tj)tjNj=∏j=1lp(Nj)(separiert)p(Nj)=(1−tj)tjNj=(1−exp⁡(β(μ−Ej)))exp⁡(−β(NjEj−μNj))1−exp⁡(β(μ−Ej)):=eΨjp(Nj)=eΨjexp⁡(−β(NjEj−μNj))


Mittlere Besetzungszahl im Zustand Ej:

⟨Nj⟩=∂Ψj∂α=1β∂∂μln⁡Yj=−1β∂∂μln⁡(1−tj)=tj1−tj=1tj−1−1⟨Nj⟩=1exp⁡(β(Ej−μ))−1=1exp⁡((Ej−μ)kT)−1


Bose- Verteilung

Die Bose- Verteilung folgt auch explizit aus

⟨Nj⟩=∑Nj=0∞Njp(Nj)=∑Nj=0∞Nj(1−tj)tjNj=(1−tj)tjddtj∑Nj=0∞tjNj=(1−tj)tjddtj(11−tj)=(1−tj)tj(1(1−tj)2)=tj(1−tj)



Die Verteilung divergiert für Ej → µ. Das heißt: Die Zustandssumme Yj divergiert für Ej→µ

Vergleich aller drei Verteilungen:

⟨Nj⟩=1exp⁡((Ej−μ)kT)−k{k=1k=0k=−1


mit k=-1 → Fermi - Dirac- Statistik k=0 → Maxwell- Boltzmann k= + 1 → Bose - Einstein!



Übergang zum Quasikontinuum der Zustände: E=p22m

Fugazität: ξ=eβμ

ln⁡Y=∏j=1lln⁡Yj=−∑jln⁡(1−ζe−βEj)≈−(2s+1)4πVh3∫0∞dpp2ln⁡(1−ζe−βp22m)=−(2s+1)4πVh3[p33ln⁡(1−ζe−βp22m)0∞−∫0∞dpp33βpmζe−βp22m(1−ζe−βp22m)]p33ln⁡(1−ζe−βp22m)0∞=0⇒ln⁡Y=23β(2s+1)4πVh3∫0∞dpp2βp22m(1ζeβp22m−1)=23β(2s+1)Vh3∫0∞dp4πp2⟨N(p)⟩E(p)⇒ln⁡Y=23β(2s+1)Vh3∫0∞dp4πp2⟨N(p)⟩E(p)=23βU

somit folgt:

pV=kTln⁡Y=23U

also identisch zum fermigas! (S. 131)

Verdünntes Bosegas

(quasiklassischer, nicht entarteter Grenzfall)

Nebenbemerkung: Entartetetes Bosegas hoher Dichte kann nicht wie im Fermifall behandelt werden, da die Zustandssumme für Ej < µ divergiert!

Entwicklung nach Potenzen von

ξ=eμkT<<1

also:

μ<0


Gesamte Teilchenzahl:



N¯=∑j⟨Nj⟩≈(2s+1)4πVh3∫0∞dpp21exp⁡((Ej−μ)kT)−1=(2s+1)4πVh3∫0∞dpp21exp⁡((p22m−μ)kT)−1p22mkT=y⇒N¯=∑j⟨Nj⟩≈(2s+1)4πVh3∫0∞dpp21exp⁡((p22m−μ)kT)−1=(2s+1)24πVh3(2mkT)32∫0∞dyy12ξ−1exp⁡(y)−1=(2s+1)24πVh3(2mkT)32∫0∞dyy12ξe−y1−ξe−y∫0∞dyy12ξe−y1−ξe−y≈ξ∫0∞dyy12e−y+ξ2∫0∞dyy12e−2y+....∫0∞dyy12e−y=12π∫0∞dyy12e−2y=1252π⇒N¯≈(2s+1)44Vh3(2πmkT)32[ξ+1232ξ2]λ:=(h22πmkT)12=(2s+1NC)13⇒N¯≈(2s+1)Vλ3ξ[1+1232ξ]=(2s+1)Vλ3eμkT[1+1232eμkT]

Wobei wieder die thermische Wellenlänge eingesetzt wurde. Auch hier:


ΔN¯=(2s+1)Vλ3eμkT1232eμkT
als Quantenkorrektur


Elimination von μ durch N¯

0. Näherung:

N¯=(2s+1)Vλ3eμkT

1. Näherung:

N¯=(2s+1)Vλ3eμkT[1+1232N¯λ3V(2s+1)]⇒eμkT≈N¯λ3V(2s+1)[1−1232N¯λ3V(2s+1)]


Innere Energie:

U=(2s+1)4πVh3∫0∞dpp2p22mexp⁡((p22m−μ)kT)−1p22mkT=y⇒U=(2s+1)24πVh3(2mkT)32kT∫0∞dyy32ξe−y1−ξe−y∫0∞dyy32ξe−y1−ξe−y≈ξ∫0∞dyy32e−y+ξ2∫0∞dyy12e−2y+....∫0∞dyy32e−y=34π∫0∞dyy32e−2y=125234π⇒U≈32kTV(2s+1)h3(2πmkT)32[ξ+1252ξ2]λ:=(h22πmkT)12=(2s+1NC)13⇒U≈32(2s+1)VkTλ3ξ[1+1252ξ]=32(2s+1)kTVλ3eμkT[1+1252eμkT]

Also folgt als kalorische Zustandsgleichung:

U≈32(2s+1)VkTλ3ξ[1+1252ξ]=32(2s+1)kTVλ3eμkT[1+1252eμkT]=⇒U≈32kTN¯[1−1252λ3V(2s+1)N¯]

Mit der Quantenkorrektur



ΔU≈−32kTN¯1252λ3V(2s+1)N¯


thermische Zustandsgleichung

pV=23U=kTN¯[1−1252λ3V(2s+1)N¯]

Hier wird der Druck um die Quantenkorrektur

ΔpV=−kTN¯1252λ3V(2s+1)N¯
verringert.

Dies ist die sogenannte Bose- Anziehung! → Bildung von Bose - Einstein- Kondensaten!

Bose- Einstein- Kondensation

Grundzustand des Bosegases: Eo=0 (Verschiebung der Achse geeignet)

Somit:

⟨N0⟩=1ξ−1−1=ξ1−ξξ=eβμ

Fugazität

Die mittlere Besetzungszahl dieses Quantenzustandes kann makroskopisch groß werden für ξ≈1

⟨N0⟩≈N¯

(alle Teilchen kondensieren im grundzustand)

Allgemein:

N¯=⟨N0⟩+N ´N ´=∑j>0⟨Nj⟩

1) Normale Phase:

ξ=eβμ<<1
⟨N0⟩
ist vernachlässigbar! → verdünntes Bosegas, siehe oben, S. 140 ff.

2) kondensierte Phase

ξ≈1
N ´=∑j>01eβEj−1<<N¯

unabhängig von ξ=eβμ!

Kontinuierlicher Fall:


N ´V≈(2s+1)2πh3(2mkT)32∫0∞dyy12ey−1≈(2s+1)(2πmkTh2)322π∫0∞dye−yy12

Vergl. S. 141

N ´V≈(2s+1)2πh3(2mkT)32∫0∞dyy12ey−1≈(2s+1)(2πmkTh2)322π∫0∞dye−yy122π∫0∞dye−yy12=1(2πmkTh2)32=λ−3

Dabei ist dies der nicht kondensierte Anteil, eine normale Komponente, die sich wie verdünntes Bosegas verhält!

N ´V=(2s+1)λ3 ~T32⇒N ´N¯=(TTC)32
Die kritische Temperatur ist definiert durch
VN¯(2s+1)λ(TC)3=!=1


Somit ergibt sich der Bruchteil der Kondensierten Teilchen:

⟨N0⟩N¯=1−(TTC)32fu¨rT<TC⟨N0⟩N¯=0fu¨rT>TC


Das markierte Gebiet ist das Gebiet der Bose- Einstein-Kondensation! Bei zweikomponentigen Gasen liegt eine normale und ein kondensierte Komponente vor. Dann wird der Druck nur durch die normale Komponente alleine bestimmt! Vergleiche dazu auch: Dampfdruck über einer Flüssigkeit!

Phasenübegang bei TC: normale Phase - >Kondensierte Phase Vorgang der Bose- Einstein- Kondensation è ein makroskopisches Quantenphänomen!

Anwendung:

Die suprafluide Phase von 4He bei tiefen Temperaturen ähnelt einer 2- komponentigen Flüssigkeit aus normaler und kondensierter Komponente!