Forminvarianz der Lagrangegleichungen

Aus PhysikWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

__SHOWFACTBOX__

Eine schwächere Form der Invarianz (als die Eichinvarianz) ist die Forminvarianz.

Dabei gilt als Forminvarianz:


∂L∂qk−ddt∂L∂q˙k=0⇒∂L∂Qk−ddt∂L∂Q˙k=0


Für welche Trnsformationen der generalisierten Koordinaten


F:{qk}→{Qk}


sind nun die Lagrangegleichungen forminvariant ?

Satz:

Sei

F:{qk}→{Qk}

ein C²- Diffeomorphismus,

also eine umkehrbare und eindeutige Abbildung und sind


F,F−1

beide zweimal stetig differenzierbar, dann ist


{Qk(t)}

Lösung der Lagrangegleichung zur transformierten Lagrangefunktion:


L~(Qk,Q˙k,t):=L(fk(Qi,t),∑i∂fk∂QiQ˙i+∂fk∂t,t) mit fk(Qi,t)=qk∑i∂fk∂QiQ˙i+∂fk∂t=q˙k


Diese Aussage ist äquivalent zur Aussage:


{qk(t)}

sind Lösung der Lagrangegleichungen zu

L(qk,q˙k,t)


Beweis:


ddt∂L~∂Q˙k=∑l=1fddt∂L∂q˙l∂q˙l∂Q˙k=∑l=1fddt(∂L∂q˙l∂ql∂Qk) wegen fk(Qi,t)=qk∑i∂fk∂QiQ˙i+∂fk∂t=q˙k


Nun:


ddt∂L~∂Q˙k=∑l=1f{[ddt(∂L∂q˙l)]∂ql∂Qk+∂L∂q˙lddt(∂ql∂Qk)}=∑l=1f{[ddt(∂L∂q˙l)]∂ql∂Qk+∂L∂q˙l(∂q˙l∂Qk)}


und auf der anderen Seite:


∂L~∂Qk=∑l=1f(∂L∂ql∂ql∂Qk+∂L∂q˙l(∂q˙l∂Qk))


Somit:


ddt∂L~∂Q˙k−∂L~∂Qk=∑l=1f{[ddt(∂L∂q˙l)]∂ql∂Qk+∂L∂q˙l(∂q˙l∂Qk)−(∂L∂ql∂ql∂Qk+∂L∂q˙l(∂q˙l∂Qk))}=∑l=1f{[ddt(∂L∂q˙l)]∂ql∂Qk−(∂L∂ql∂ql∂Qk)}=∑l=1f∂ql∂Qk{[ddt(∂L∂q˙l)]−(∂L∂ql)}


Dabei bildet


∂ql∂Qk

die Transformationsmatrix, die nichtsingulär sein muss, also

det⁡∂ql∂Qk≠0


Daher die Bedingung, dass

Sei

F:{qk}→{Qk}

ein C²- Diffeomorphismus,

also eine umkehrbare und eindeutige Abbildung und


F,F−1

beide zweimal stetig differenzierbar.

Nur dann ist

{Qk(t)}

Lösung der Lagrangegleichung zur transformierten Lagrangefunktion.

Denn diese Aussage ist äquivalent zu


Qi=Fi(q1,...qf,t)qk=fk(Q1,...,Qf,t)mitdet⁡∂fk∂Qi≠0


Man sagt, die Variationsableitung


ddt∂L~∂Q˙k−∂L~∂Qk

ist kovariant unter diffeomorphen Transformationen der generalisierten Koordinaten

Also gibt es auch unendlich viele äquivalente Sätze generalisierter Koordinaten.