Lösungen der Dirac-Gleichung (freies Teilchen)

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(𝔦γμ∂μ−m)Ψ=0⇔[𝔦(γ0∂t+γ1∂x1+γ2∂x2+γ3∂x3)−m]Ψ=0
Ψ(x_,t)=e−𝔦Etϕ(x_)
[Eγ0+𝔦(γ1∂1+γ2∂2+γ3∂3)−m]ϕ(x_)=0
     (1.66)

Ansatz ϕ(x_)=ϕ=const⇒(Eγ0−m)ϕ=0 (Eigenwertgleichung)

γ0ϕ=mEϕ⇔(11−1−1)ϕ=mEϕ
(hat 2 Eigenwerte)
mE=+1⇔ϕ+=(u1u200)undmE=−1⇔ϕ−=(00u1u2)
     (1.67)


Diskussion

  • Ψ+=e−𝔦Et(u1u200),E=+mc2, zwei linear unabhängige Lösungen beschreibt ruhendes Teilchen der Masse m, Ruheenergie E=mc2>0
  • Zwei Komponenten u1, u2 beschreiben Spin - ½, z.B.
(u1u2)=(10)=|↑⟩(u1u2)=(01)=|↓⟩
     (1.68)
→ Dirac-Gleichung beschreibt Spin- ½ Teilchen.
Ψ−=e−𝔦Et(00u1u2),E=−mc2zwei linear unabhängige Lösungen      (1.69)
hat aber negative Energie! Interpretationsproblem wie Klein-Gordon-Gleichung. Zufriedenstellend gelöst erst in der Quantenfeldtheorie (Teilchenerzeugung und Vernichtung).


„Anschauliche Interpretation“

  • Annahme vieler gleichartiger Spin- ½ -Teilchen der Masse m
  • Annahme: Es gibt einen Vielteilchen-Grundzustand („Vakuumzustand“), in dem alle Einzelteilchenzustände Ψ−besetzt sind.
  • Ein einziges Elektron ist dann z.B. das Vakuum +1 Teilchen in einem Zustand Ψ+.
  • „Teilchen-Loch“ Anregung: Anregung von Ψ+ nach Ψ− lässt „Loch“ im „Fermi-See“ zurück: dies hat positive Ladung (fehlende negative Ladung)
  • nützliches Konzept für die Halbleiterphysik

Vorteile der Löcher-Theorie:

  • Vorrausage des Positron (Antiteilchen zum Elektron, gleiche Masse, entgegengesetzte Ladung)
  • Paarvernichtung / Erzeugung

Nachteile der Löcher-Theorie:

  • Unendlicher See nicht beobachteter Elektronen
  • Beruht auf „Paul-Prinzip“ und funktionier bei der Klein-Gordon-Gleichung, die Bosonen mit Spin 0 beschreibt nicht.

→ konsistente Lösung dieses Problems in der zweiten Quantisierung (letzer Teil VL): Ψ als Feld, das quantisiert wird.

Laufenden ebene Wellen

(„laufende, nicht ruhende Teilchen“)

AnsatzΨ±=e∓(Et−k_.x_)ϕ±(E,k_),E=+k2+m2>0 mit kμxμ:=Et−k_.x_⇒kμ=(E,−kx,−ky,−kz)

(γ0E−γ1kx−γ2ky−γ3kz−m)ϕ+=0⇔(γμkμ−m)ϕ+=0(−γ0E+γ1kx+γ2ky+γ3kz−m)ϕ−=0⇔(γμkμ+m)ϕ−=0
     (1.70)

(1.70) sind Gleichundgen für Spinoren (4-Komponentige Vektoren)ϕ±.

Lösung wie Matrixgleichung M__x_=0möglich, einfacher Trick:

(γμkμ−m)(γνkν+m)=γμkμγνkν−m2=E2−k2−m2=0,mit(γμ)2=±1,E2=k2+m2,ℏ=c=1
(γμkμ−m)(γνkν+m)(u1u200)⏟ϕ~+=0
ϕ~+=(E+m)(u1u200)−kx(0σx−σx0)(u1u200)−ky...=((E+m)(u1u2)k_.σ_(u1u2))


(γμkμ−m)(γνkν+m)(00u1u2)⏟ϕ~−=0
−ϕ~−=−(E+m)(u1u200)−kx(0σx−σx0)(u1u200)−ky...=−(k_.σ_(u1u2)(E+m)(u1u2))
   (1.71)

Insgesamt existieren also 4 linear unabhängige Lösungen mit der Basis

ϕ+(1)=N((E+m)u_(1)(k_.σ_)u_(1))ϕ+(2)=N((E+m)u_(2)(k_.σ_)u_(2))ϕ−(1)=N((k_.σ_)u_(1)(E+m)u_(1))ϕ−(2)=N((k_.σ_)u_(2)(E+m)u_(2))
     (1.72)

AUFGABE: Bestimme Normierungsfaktor N so, dass |ϕ±(i)|2=1 Zeige ϕ±(1)⊥ϕ±(2) aberϕ+(1) NOT ⊥ϕ−(1) Hierbei gilt

u_(1)⊥u_(2),|u_(i)|=1