Spezielle Verteilungen

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Durch Angabe eines Satzes der ⟨Mn⟩ oder des Satzes der intensiven Parameter λn ist die Verteilung vollständig festgelegt.

Letztere sind die Lagrange- Parameter, die durch die Art des Kontaktes mit der Umgebung ("großes" reservoir oder Bad, dessen intensive Variable sich nicht durch den Kontakt ändert), bestimmt:

kanonische Verteilung

Datei:Wärmeaustausch.svg
Wärmeaustausch, System im Wärmebad
ρ=Z−1e−βHZ=tr(e−βH)=e−Ψβ=1kT

Entropie: S(U)=−kI(U)=k[βU−Ψ(β)]

Vergleiche

mit β=β(U) wegen U=tr(He−βH)tr(e−βH) und ∂Ψ∂β=U folgt:

dS(U)=1TdU⇒∂S∂U=1T

Merke:

I(U) ist Legendre- Transformierte von Ψ(β)

Energie U(S)=TS+kTΨ(β)

Legendre- Transformation von U(S) mit dU(S)=TdS⇒∂U∂S=T

Energieform
F(T)=U−TS=kTΨ(β)=−kTln⁡(tr(e−βH))=−kTln⁡Z

Freie Energie oder auch Helmholtzsche Energie

Druck - Ensemble

Datei:DruckEnsemble.svg
Wärmekontakt + mechanischer Arbeitskontakt

Wärmekontakt + mechanischer Arbeitskontakt

ρ=eΨ−β(H+pV)Z=tr(e−β(H+pV))=e−Ψβ=1kT

Entropie

S(U,V)=k[β(U+pV)−Ψ(T,p)]mitβ=β(U,V)=1kTp=p(U,V)(∂Ψ∂β)p=U(∂Ψ∂(pkT))β=V

Gibbsche Fundamnetalgleichung

dS(U,V)=1TdU+pTdV(∂S∂U)V=1T(∂S∂V)U=pT

Energie

U(S,V)=TS−pV+kTΨ(T,p)dU(S,V)=TdS−pdV

Legendre- Transformation bezüglich

T=(∂U∂S)V

und p=−(∂U∂V)S

G(T,p)=U−TS+pV=kTΨ(T,p)=−kTln⁡[tr(e−β(H+pV))]
G(T,p)=−kTln⁡[tr(e−β(H+pV))]

Gibbsche Freie Energie

Magnetfeld - Ensemble

Datei:MagnetFeldEnsemble.svg
Wärmeaustausch+ Magnetisierungsarbeit


δW=B¯dM¯

Mit der magnetischen Induktion B¯

und der Magnetisierung M¯ .


⟨H⟩=U⟨M¯̂⟩=M¯λ¯=−B¯kT
ρ=eΨ−β(H−B¯M¯)
e−Ψ=tr(e−β(H−B¯M¯))

Gibbsche Fundmanetalgleichung

dS(U,V)=1TdU−B¯dM¯T(∂S∂U)M¯=1T(∂S∂Mi)U=−BiTi=1,2,3

Entropie:

S(U,M)=k[β(U−B¯M¯)−Ψ(β,B¯)]
  • Energie
U(S,M¯)=TS+B¯M¯+kTΨ(β,B¯)dU=TdS+B¯dM¯TdS=δQB¯dM¯=δW

Legendre- Transformation bezüglich

T=(∂U∂S)M¯

und (∂U∂Mi)S=Bi

G(T,B¯)=U−TS−B¯M¯=kTΨ(β,B¯)

Gibbsche Freie Energie

Großkanonische Verteilung

Datei:GrosskanonischesEnsemble.svg
Wärmeaustausch Teilchenaustausch (z.B chem. Reaktion)
⟨H⟩=U⟨Nα⟩=N¯α

Teilchenzahlen der Sorte α.

λα=−μαkT

mit μα

als chemisches Potenzial der Species α.

großkanonische Verteilung:

  • Wärmeaustausch und Teilchenaustausch möglich (z.B. chemische Reaktion, etc...)
  • ρ=Y−1e−β(H−μαNα)


hängt parametrisch von V (FEST) ab

mit der großkanonischen Zustandssumme

Y=tr(e−β(H−μαNα))=e−Ψ(β,μα,V)
S(U,V,Nα)=k[β(U−μαNα)−Ψ(β,μα,V)]

Also:

dS(U,V,Nα)=1TdU−μαTdN¯α

Gibbsche Fundamentalgleichung für dV=0 mit (∂S∂U)N¯α,V=1T(∂S∂N¯α)U,V=−μαT

Definition des chemischen Potenzials!!

Also gilt für die innere Energie:

U(S,V,N¯α)=TS+μαN¯α+kTΨ(β,μα,V)

Vergleich mit der phänomenologischen Relation des Energiesatzes:

U(S,V,N¯α)=TS+μαN¯α−pV

ergibt:

kTΨ(β,μα,V)=−pV⇒Ψ(β,μα,V)=−ln⁡Y=−pVkT

Experiment:

2 Gefäße sind miteinander verbunden, tragen die Teilchenzahlen N¯ ´

und N¯ ´ ´

Vor Einstellung des Gleichgewichts gilt: μ ´≠μ ´ ´

für konstantes U,V und dN¯=dN¯ ´+dN¯ ´ ´=0

(Die Teilchen können nur von dem einen Gefäß ins andere)

folgt aus

dS≥:0⇒−(μ ´−μ ´ ´)dN¯ ´≥0

Also: Der Teilchenstrom erfolgt vom höheren z.B. μ ´

zum tieferen, z.B. μ ´ ´

Potenzial, also: dN¯ ´<0

abgelitten aus der Gibbschen Fundamentalrelation:

dS(U,V,Nα)=1TdU+pTdV−μTdN¯

Mikrokanonische Verteilung

Alle extensiven Größen sind scharf, also keine Zufallsgrößen. SOndern: feste Parameter der Verteilungρ(ξ):

Volumen V

Teilchenzahl N

innere Energie U−ΔU≤H(ξ)≤U

Die Messung des Hamiltonoperators ergibt eine Energie im Rahmen der Messunschärfe. Alle Größen sind festgelegt heisst: Es gibt kein Ensemble, das einen statistischen Mittelwert bildet, sondern: Die Energie ist so genau, wie die Energie eines Teilchens, nämlich an die Unschärfe gebunden!


Physikalisch:

Dünne Energieschale im Phasenraum, z.B.

H(ξ)=∑i=13Npi22m

(Kugelschale)

Nebenbemerkung:

Für ΔU→0

(scharfe Energiefläche)

ist die Normierung der Wahrscheinlichkeit ∫ΔΩdξρ(ξ)=1

nicht mit endlichem ρ(ξ)

zu erfüllen, da

ΔΩ→0

Vorurteilsfreie Schätzung

  • Gleichverteilung auf der Energieschale ΔΩ
  • :
ρ(ξ)=1ΔΩχΔΩ(ξ)χΔΩ={1fu¨rξ∈ΔΩ0,sonst

charakteristische Funktion!

für ΔΩ→0:

ρ(ξ)=1ωδ(U−H(ξ))

Mit der Normierung

ω=∫dξδ(U−H(ξ))=dΩdUwegenddxΘ(x)=δ(x)⇒Ω(U)=∫dξΘ(U−H(ξ))Θ(U−H(ξ))={1fu¨rH(ξ)<U0,sonst

Dabei ist also

Ω(U)=∫dξΘ(U−H(ξ))

das von ΔΩ

eingeschlossene Phasenraumvolumen!

Entropie:

S=−k∫ΔΩdξρln⁡ρ=−k∫ΔΩdξ1ΔΩln⁡1ΔΩ∫ΔΩdξ1ΔΩ=1⇒S=kln⁡ΔΩ

In Übereinstimmung mit der allgemeinen Formel:

S=k(λn⟨Mn⟩−Ψ)ρ=eΨ=!=1ΔΩ

für

ξ∈ΔΩ⇒Ψ=−ln⁡ΔΩ

Große Systeme:

Dimension des Phasenraums: 6N ~1023

Phasenraumvolumen Ω ~r6N ~U6N

mit r = Länge im Γ−

Raum

U≅

entspricht 1 Dimension im Γ−

Raum.

Kleine Änderung:

ΔΩ≈∂Ω∂rΔr≈∂Ω∂UΔU∂Ω∂U ~6N⋅U6N−1⇒ΔΩ≈∂Ω∂rΔr≈∂Ω∂UΔU≈6NΩUΔU

Also:

ΔΩΩ≈6NΔUUΔΩΩ>>ΔUU

Das heißt: große Änderung von Ω ,

selbst bei winzigen Änderungen von U!

Also: In hochdimensionalen Räumen ist das Volumen praktisch an der Oberfläche einer Kugel lokalisiert!

  • ∗S=kln⁡ΔΩ≈kln⁡Ω∗Ω=Ω(U,V)∗

Definition der Temperatur:

∂S∂U=∂S∂Ω∂Ω∂U∂Ω∂U=ω⇒∂S∂U=∂S∂Ωω=kΩω=:1T

Die Änderung der Entropie über der inneren Energie ist gerade das Inverse der Temperatur!!