Transformationsverhalten der Ströme und Felder

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Ziel: Ko- / Kontravariante Schreibweise der Elektrodynamik im Vakuum

Grund: Die klassische Elektrodynamik ist bereits eine Lorentz- invariante Theorie!!

Historisch gab die Maxwellsche Elektrodynamik und nicht die Mechanik den Anstoß zur Relativitätstheorie überhaupt!

Ladungserhaltung aus Kontinuitätsgleichung:

divj¯+∂ρ∂t=∂jx∂x+∂jy∂y+∂jz∂z+∂cρ∂ct=00=∂ρ∂t+∑α=13∂αjα

Somit gewinnen wir aber ebenfalls wieder einen Lorentz- Skalar, nämlich

∂μjμ=0

in Viererschreibweise. Die Vierer- Stromdichte ist

{jμ}={cρ,j¯}

ebenfalls ein kontravarianter Vierer- Vektor. Er heißt Vierer- Stromdichte. Die Kontinuitätsgleichung ist gleich

∂μjμ=0

Forderung: Ladungserhaltung soll in allen Inertialsystemen gelten! →

jμ=0

muss sich wie ein Vierervektor transformieren, damit das Skalarprodukt

∂μjμ=0

Lorentz- invariant ist!:

x0 ´=γ(x0−βx1)⇔t ´=γ(t−vc2x1)x1 ´=γ(x1−βx0)⇔x1 ´=γ(x1−vt)x2 ´=x2x3 ´=x3

Also gilt für Ladungs- und Stromdichten:

j0 ´=γ(j0−βj1)⇔ρ ´=γ(ρ−vc2j1)j1 ´=γ(j1−βj0)⇔j1 ´=γ(j1−vρ)j2 ´=j2j3 ´=j3

Merke: Es sollte kein Missverständnis geschehen: Ist ein Vektor in ein Lorentz- invariantes Skalarprodukt verwickelt, so ist es ein Vierervektor. Damit ist klar: Seine Komponenten transfornmieren nach der Lorentz- Trafo. Dadurch aber ist die Trafo für seine Komponenten, die Beispielsweise Ladungs- und Stromdichten sind, gefunden.

4- Potenziale:

Die Potenziale

Φ,A¯

sind in der Lorentz- Eichung

∇⋅A¯+1c2∂∂tϕ=0

Lösungen von

ΔA¯(r¯,t)−1c2∂2∂t2A¯(r¯,t)=−μ0j¯#A¯(r¯,t)=−μ0j¯#=−∂μ∂μμ0c=1ε0c#A¯(r¯,t)=−μ0j¯⇔∂μ∂μcAα=1ε0cjαα=1,2,3
Δϕ(r¯,t)−1c2∂2∂t2ϕ(r¯,t)=−ρε0=−μ0c2ρ#ϕ(r¯,t)=−ρε0⇔∂μ∂μϕ=1ε0cj0

Zusammen:

−#Φμ=∂α∂αΦμ=μ0jμΦ0:=ϕΦi:=cAii=1..3

Da

jμ

Vierervektoren sind (wie Vierervektoren transformieren), muss auch

Φμ

wie ein Vierervektor transformieren. Denn: Der d´Alembert- Operator ist Lorentz- invariant:

∂α∂α

lorentz- invariant!:

Φ0 ´=γ(Φ0−βΦ1)bzw.Φ ´=γ(Φ−vA1)Φ1 ´=γ(Φ1−βΦ0)bzw.A ´1=γ(A1−vc2Φ),A ´2=A2,A ´3=A3

Nun: Lorentz- Eichung:

∇⋅A¯+1c2∂∂tϕ=0

Lorentz- Eichung ↔ Lorentz- Invarianz

∂μΦμ=0

(Gegensatz zur Coulomb- Eichung)

∂μΦμ=0⇔∇⋅A¯+1c2∂∂tϕ=0

Umeichung:

A¯~=A¯+∇Fϕ~=ϕ−∂∂tF⇔cA~α=cAα+∂αcF=cAα−∂αcFΦ~0=Φ0−∂0cF=Φ0−∂0cF

Also:

Φ~μ=Φμ−∂μcF

Felder E und B:

E¯=−gradϕ−∂∂tA¯⇒Eα=−∂αϕ−1c∂∂tcAα=−∂αΦ0−∂0Φα=∂αΦ0−∂0Φα
B¯=∇×A¯⇒cB1=∂2cA3−∂3cA2=∂2Φ3−∂3Φ2=∂3Φ2−∂2Φ3

Die anderen Komponenten gewinnt man durch zyklische Vertauschung:

cB2=∂1Φ3−∂3Φ1cB3=∂2Φ1−∂1Φ2

Diese Gleichungen werden zusammengefasst durch den antisymmetrtischen Feldstärketensor:

{Fμν}={∂μΦν−∂νΦμ}=(01cEx1cEy1cEz−1cEx0−BzBy−1cEyBz0−Bx−1cEz−ByBx0)Fμν={∂μΦν−∂νΦμ}=(0−1cEx−1cEy−1cEz1cEx0−BzBy1cEyBz0−Bx1cEz−ByBx0)⇔Fμν={∂μΦν−∂νΦμ}=(0−E1−E2−E3E10−cB3cB2E2cB30−cB1E3−cB2cB10)

Wegen der Antisymmetrie hat

Fμν

nur 6 unabhängige Komponenten!

Das bedeutet, die Raum- Raum- Komponenten entsprechen

rotA¯=B¯

während die Raum- zeit- Komponenten:

E¯=−gradϕ−∂∂tA¯

erfüllen.

Lorentz- Trafo der Felder:

Der Feldstärketensor ist kovariant und transformiert demnach über die inverse Lorentz- Transformation. Das heißt: Für die Transformation in ein in x- Richtung mit konstanter Geschwindigkeit

v¯

bewegtes System K´ gilt:

F ´μν=UμλUνκFλκ
Uik=(11−β2−β1−β200−β1−β211−β20000100001)

Damit läßt sich nun das uns unbekannte Transformationsverhalten der Felder

E¯ und rotA¯=B¯

berechnen, die auch kovariant transformieren müssen. Dabei sollte keinesfalls die Summation über die Indices auf der rechten Seite vergessen werden!!

E ´1=F ´10=U1λU0κFλκ=−βγU0κF0κ+γU0κF1κ=(βγ)2F01+γ2F10==γ2(1−β2)F10=E1γ2(1−β2)=1E ´2=F ´20=U2λU0κFλκ=U0κF2κ=γF20−βγF21=γ(E2−vB3)
E ´3=F ´30=U0κF3κ=γF30−βγF31=γ(E3+vB2)
B ´1=1cF ´32=1cU3λU2κFλκ=1cF32=B1B ´2=1cF ´13=1cU1λU3κFλκ=1cU1κFκ3=−βγcF03+γcF13=γ(B2+vc2E3)
B ´3=γ(B3−vc2E2)

Zusammenfassung

E1 ´=E1E2 ´=11−β2(E2−vB3)E3 ´=11−β2(E3+vB2)B1 ´=B1B2 ´=11−β2(B2+vc2E3)B3 ´=11−β2(B3−vc2E2)

Elektrische und magnetische Felder werden beim Übergang zwischen verschiedenen Inertialsystemen ineinander transformiert!

Umeichung:

Φ~μ=Φμ+∂μϕ

Somit:

F~μν=∂μΦ~ν−∂νΦ~μ=∂μ(Φν+∂νϕ)−∂ν(Φμ+∂μϕ)=∂μΦν−∂νΦμ+∂μ∂νϕ−∂ν∂μϕ=Fμν

Homogene Maxwell- Gleichungen

∇⋅B¯=∂1B1+∂2B2+∂3B3=0⇒∂1F32+∂2F13+∂3F21=0

Mit

∂1=−∂1F32=−F23⇒∂1F23+∂2F31+∂3F12=0

+ zyklisch in (123)

innere Feldgleichung für E- Feld

∇×E¯=−∂∂tB¯
  1. Komponente
∂2E3−∂3E2+∂∂tB1=0
⇒∂0F23+∂2F30+∂3F02=0

und zyklisch (023)

zyklische Permutation 1 → 2 → 3 → 1 und mit

Fik=−Fki

liefert:

⇒∂0F13+∂3F01+∂1F30=0zyklisch(013)⇒∂0F12+∂1F20+∂2F01=0zyklisch(012)

Zusammenfassung der homogenen Maxwellgleichungen

εκλμν∂λFμν=0
εκλμν∂λFμν=0

Die "4- Rotation" des Feldstärketensors verschwindet!

Levi- Civita- Tensor: +1 für gerade Permutation von 0123 -1 für ungerade Permutation von 0123 0, sonst

Bemerkungen

  1. Levi- Civita ist vollständig antisymmetrisch (per Definition).
  1. εκλμν
  2. transformiert unter Lorentz- Trafo
εκλμν ´=UκαUλβUμγUνδεαβγδ=|Uκ0Uκ1Uκ2Uκ3Uλ0Uλ1Uλ2Uλ3Uμ0Uμ1Uμ2Uμ3Uν0Uν1Uν2Uν3|=(det⁡U)⋅εκλμν(det⁡U)=±1

Damit nun der Levi- Civita- Tensor invariant unter Lorentz- Trafos wird, also

εκλμν ´=εκλμν,
muss vereinbart werden, dass die Transformation lautet
εκλμν ´=(det⁡U)UκαUλβUμγUνδεαβγδ

Damit ist der Tensor aber ein Pseudotensor!

Insgesamt ist die vierdimensionale Schreibweise die gleiche Formalisierung wie im Dreidimensionalen:

(∇×A¯)α=εαβγ∂βAγ

Mit Pseudovektor

(∇×A¯)α