Klein Gordon im (Vektor)Potential, Eichinvarianz

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Die klassische relativistische Dispersionsrelation E=E(p_) für freie Teilchen der Masse m ohne äußeres Potential lautet:

E2=m2c4+p2c2
     (1.15)
  • Potential ϕ, Vektorpotential A beschreiben das elektromagnetische Feld der Maxwell-Gleichungen. Wie ädert sich damit (1.15)? Erinnerung:
MagnetfeldB_=∇_×A_elektrisches FeldE_=−∇_ϕ−1c∂tA_
     (1.16)
A_→A_+∇_.χϕ→ϕ−1c∂tχ
     (1.17)

mit einer beliebigen skalaren Funktion χ=χ(x_,t).


  • Klassische Mechanik: E und B in Hamiltonfunktion eines Teilchens mit Masse m, Ladung e „einbauen“ durch
H=p22m→H=(p_−eA_)22m+eϕ      (1.18)
aus den Hamilton-Gleichungen r˙_=∂p_Hp˙_=−∂r_H folgt (AUFGABE)
mr_¨=e(r_˙×B_+E_)
d.h. die Newton‘schen Bewegungsgleichungen mit der Lorentzkraft sind ‚manifest invariant‘, da nur E und B in ihr auftreten, d.h. die Bahn (r_˙,r_)im Phasenraum nicht von χ vgl. (1.17) abhängt.
𝔦ℏ∂tΨ=ĤΨ={(p_̂−eA_)22m+eϕ}Ψ
     (1.19)
(durch Vergleich mit (1.18))
    • Schrödingergleichung + Prinzip der lokalen Eichinvarianz (fundamentaler und wesentlich für die QED und QCD etc.)
      • Schritt 1: Starte von freier Schrödingergleichung 𝔦ℏ∂tΨ=p22mΨ
      • Schritt 2: Mit Ψ(x_,t)erfüllt auch Ψ(x_,t)eiφmit φ∈ℝkonstant die Schrödingergleichung und beschreibt dieselbe Physik:
Erwartungswerte sind invariant unter globalen Eichtransformationen
∫Ψ∗(x_,t)Ô(x_,∇_,∂t)Ψ(x_,t)ddx=invariant


     (1.20)
      • Schritt 3: (Prinzip der lokalen Eichinvarianz) ändere die Schrödingergleichung so, dass lokale Eichtransformationen
Ψ(x_,t)→Ψ(x_,t)e𝔦φ(x_,t)
     (1.21)

nichts an der Phase ändern, dass heißt mit Ψ ist auch Ψeiφ(x_,t) eine Lösung der Schrödingergleichung und ergibt dieselben Eigenwerte.

Lösung

Lösung: In (1.20) machen ∇_ und ∂tin

Ô(x_,∇_,∂t)

Probleme, da z.B.

∇_Ψ(x_,t)eiφ(x_,t)≠eiφ(x_,t)∇_Ψ(x_,t)
     (1.22)

was man bräuchte, um die Phase in (1.20) zu eliminieren.

Idee: ersetze Ableitung ∇_durch „kovariante Ableitung“ D[1], so dass

D_ϕΨ(x_,t)e𝔦φ(x_,t)=e𝔦φ(x_,t)D_Ψ(x_,t)
     (1.23)

Mit dem Ansatz D_φ=∇_+f_φ(x_,t) und ebenso für die Zeitableitung ∂t→Dφ0=∂t+gφ(t) folgt dann

D_φΨ(x_,t)e𝔦φ(x_,t)=(∇_Ψ)e𝔦φ(x_,t)+Ψ𝔦(∇_φ)e𝔦φ(x_,t)+f_φ(x_,t)=e𝔦φ(x_,t)(D_φ+𝔦∇_φ)ΨDφ0Ψ(x_,t)e𝔦φ(x_,t)==e𝔦φ(x_,t)(D_φ0+𝔦∂tφ)Ψ

Die lokale Eichtransformation bewirkt also

D_φ=∇_+f_φ(x_,t)↔D_=∇_+f_φ(x_,t)+𝔦∇φ(x_,t)D0=∂t+gφ(x_,t)↔D0=∂t+gφ(x_,t)+𝔦∂tφ(x_,t)
     (1.24)

Nun liefert der Vergleich mit (1.17)

A_→A_+∇_.χϕ→ϕ−∂tχmit χ∈ℝc=1
f_φ=𝔦αA_,φ=αχ,gφ=−𝔦αφ,α∈ℝ

in der Schrödingergleichung steht also statt ∇_ nun ∇_+𝔦αA_ und statt ∂t nun ∂t−𝔦αφ mit f_φ,gφ als Eichfelder.

Seiℏ=1. Statt

𝔦∂tΨ=12m(∇_𝔦)2Ψ→nun 𝔦∂tΨ+αϕΨ=12m(∇_𝔦+αA_)2Ψ

Die Umbenennung von α→−eliefert

𝔦∂tΨ={(p_−eA_)22m+eϕ}Ψ
     (1.25)


Diskussion

  • Die „Vorschrift“ p_→p_−eA_ heißt minimale Kopplung
  • Durch das Prinzip der lokalen Eichinvarianz haben wir die Potentiale ϕ und A sowie die Kopplungskonstante e quasi „hergeleitet“.
p_̂=ℏ𝔦∇_→p_̂−eA_=ℏ𝔦∇_−eA_∂t→∂t+𝔦eϕ
     (1.26)
◻=∂t2−∇_2→(∂t+𝔦eφ)2−(∇_−𝔦eℏA_)2(◻+m2)Ψ=0→{(∂t+𝔦eφ)2−(∇_−𝔦eA_)2+m2}Ψ=0(ℏ=c=1)

Anwendung: Klein Gordon Gleichung für Coulomb-Potential: A_=0,eϕ=−Zα. Ähnlich wie bei derSchrödingergleichung für das Wasserstoffproblem haben wir

{(∂t+𝔦eφ)2−Δ+m02}Ψ=0
     (1.27)

Lösen durch Separationsansatz

Ψ(r,θ,φ;t)=e𝔦EtYlm(θ,φ)⏟Kugelfl a¨ chenfunktionenχ(r)x
  • Radialgleichung für Radialwellenfunktionenχ(r)
  • Vergleich mit H-Atom. Schrödingergleichung (AUFGABE) liefert
E=±m0(1−Z2α22n2+Z2α4n4[38−n2l+1]+O(z6α6))      (1.28)

hier gibt es positive und negative Lösungen n⏟Hauptquantenzahl≡nr⏟Radialquantenzahl+1+l

Der 3. Termin in (1.28) ist die relativistische Korrektur zur kinetischen Energie. Spin wird durch Klein-Gordon-Gleichung nicht beschrieben deshalb ist (1.28) nicht geeignet für Feinstruktur des H-Atoms

Klein Gordon Gleichung beschreibt Spin -0 – Teilchen z.B. π-Mesonen.

Spin ½ → Dirac Gleichung

  1. ↑ D_Ψ für Wellenfunktion ohne extra Phase e𝔦φ,D_φΨe𝔦φfür Wellenfunktion mit extra Phase