Quantenmechanische Modellsysteme
Aus PhysikWiki
Elektronen in Festkörpern müssen quantenmechanisch beschrieben werden. Generelle Grenzen des klassischen Modells idealer und realer Gase:
- tiefe Temperaturen
- hohe Dichten
Dies führt zur Quantenstatistik.
| Der Artikel Quantenmechanische Modellsysteme basiert auf der Vorlesungsmitschrift von Franz- Josef Schmitt des 5.Kapitels (Abschnitt 0) der Thermodynamikvorlesung von Prof. Dr. E. Schöll, PhD. |
| Quantenmechanische Modellsysteme | Quantenmechanische Modellsysteme | Thermodynamik und Statistik | |
|---|---|---|---|
|
|
Ununterscheidbarkeit quantenmechanischer Teilchen
Betrachte N ununterscheidbare / identische Teilchen:
N- Teilchenzustand:
dabei ist ai der Satz der 1- Teilchen - Quantenzahlen.
Die Teilchennummer ist lediglich ein Platzhalter für die Stellung im Ket:
Führe ein:
| Permutationsoperator:
|
Ununterscheidbarkeit verlangt:
Wegen der Ununterscheidbarkeit müssen alle Observablen mit
vertauschen, insbesondere
ist Erhaltungsgröße!
Es gilt:
Somit folgt:
Wichtig:
Ansonsten wären die Teilchen unterscheidbar! Also:
Charakteristikum des Zustandes, bzw. der Teilchensorte!
| Betrachte speziell: 2- Teilchen- System:
Sei Dann ist ein Eigenzustand von denn: und ist der antisymmetrische Zustand von |
N- Teilchensystem
Alle
kommutieren mit dem Hamiltonoperator H, im Allgemeinen jedoch nicht untereinander! Daher wären an sich komplizierte Symmetrieeigenschaften denkbar. Aber: In der Natur sind scheinbar nur die Zustände realisiert, die bei Vertauschung beliebiger ununterscheidbarer Teilchen symmetrisch (λij = + 1)oder antisymmetrisch λij = − 1 sind!
Reduktion des Hilbertraumes
(N- mal) auf einen symmetrischen Hilbertraumteilraum (also
) und einen antisymmetrischen Himbertteilraum (also
) erlaubter Zustände!
| Bosonen |
- wie Photonen, Phononen oder 4He →Bose-Einstein-Statistik
| Fermionen |
- wie Elektronen, Proton, Neutron, 3He →Fermi-Dirac-Statistik
Erfahrungstatsache! Beweis folgt erst aus der relativistischen Quantenfeldtheorie!
Dabei charakterisiert der Index ρ die ρ- te Permutation von (123...N)
ist der sogenannte Symmetrisierungsoperator
→
ist ein Projektor er projiziert auf den symmetrisierten Unterraum des Hilbertraums!
Dabei charakterisiert der Index ρ die ρ- te Permutation von (123...N)
ist der sogenannte Antisymmetrisierungsoperator
→
ist ein Projektor er projiziert auf den antisymmetrisierten Unterraum des Hilbertraums!
Wellenfunktionen total antisymmetrisch → 2 identische Fermionen können sich nicht im identischen Einteilchenzustand befinden!
Hilbertraum variabler Teilchenzahl
(großkanonisches Ensemble)
- Die Summe aller Hilberträume aller denkbaren N- Teilchenzustände und zwar jeweils einmal des symmetrisierten Hilbertraums und je einmal antisymmetrisierter Hilbertraum!
ist der sogenannte Fock-Raum!
Ideales Gas (WW- freie, identische Teilchen):
Übergang zur Besetzungszahldarstellung:
links: Teilchen Nr. 1...N im Einteilchenzustand ai
rechts: Besetzungzahl des 1- Teilchenzustandes
durch
charakterisiert (inkl. Spin!)
Bosonen:
- Nj = 0,1,2,...
Fermionen
- Nj = 0,1

Das ideale Fermigas
- Teilchen- Zustände sind die Eigenzustände zur 1- Teilchen- Energie Ei
Großkanonischer Statistischer Operator:
Die Wahrscheinlichkeit, das System in einem bestimmten Zustand zu finden ist gleich dem Erwartungswert des statistischen Operators in diesem Zustand:
Also für den Vielteilchenzustand
:
mit der Einteilchenenergie Ej und den Besetzungszahlen Nj
Diese Wahrscheinlichkeit ist:
Dies ist ein Ergebnis für einen Zustand!
Die Großkanonsiche Zustandsumme Y gewinnt man, indem man über alle möglichen Vielteilchenzustände noch summiert, also:
Jetzt muss bei der Auswertung die unterschiedliche Teilchenart berücksichtigt werden, nämlich in der Summation über Nj. Handelt es sich um Fermionen, so wird nur bis 1 summiert. Handelt es sich um Bosonen, so wird bis unendlich summiert!
Fermionen
Also folgt:
separiert!!
Dies als Gesamtwahrscheinlichkeit, das System mit der Besetzung
zu finden!
Mittlere Besetzungszahl im Einteilchenzustand Ej:
Aus
mit
folgt:
Also:
Die Fermi-Verteilung!
|
Dies folgt auch explizit aus
speziell folgt dies auch aus
aber nur wegen Nj = 0,1
- 2 Möglichkeiten! → Mittelwert liegt in der Mitte
FJ: Nj:=1/(1+exp((Ej-mue)/Boltz)); 1 Nj := --------------------- 1 + exp(1/5 Ej - 1/5) > Boltz:=5; Boltz := 5 > mue:=1; mue := 1 * plot(Nj,Ej=0..50);]]
- Für T → 0
(Stufenfunktion), sogenannter Quantenlimes!
- T>0
- Aufweichungszone bei
der Breite
Ej − μ > > kT (sehr hohe Energien) →
- die Fermiverteilung nähert sich der Boltzmann- Verteilung an (klassischer Grenzfall!!)
- keine Berücksichtigung des Pauli- Prinzips mehr!
Beispiel einer Maxwell- Boltzmann- Verteilung sehr hoher Energien!
- Gesamte mittlere Teilchenzahl
- thermische Zustandsgleichung
Energie und Zustandsdichte freier Teilchen
Energie- Eigenwerte:
Das System sei in einem Würfel V = L³ eingeschlossen!
Zyklische Randbedingungen (Born - v. Karman):
Ein Zustand im k- Raum beansprucht also das Volumen:
Dabei wurde jedoch kein Spin berücksichtigt!
Thermodynamischer limes (großes Volumen V):
Übergang zum Quasikontinuum:
In Übereinstimmung mit Kapitel 4.1, Seite 100
Spinentartung:
(2s+1)- fache Entartung!
Kugelsymmetrisches Integral:
Großkanonische Zustandssumme:
sogenannte Fugizität!
Partielle Integration:
Mit der Fermi- Verteilung
, also:
Diskret:
Somit haben wir die thermische Zustands-Gleichung
|
| Bemerkungen
Dies gilt auch für ein klassisches ideales Gas! Klassisch: Später werden wir sehen: Das gilt auch für Bose- Verteilung!! Also unabhängig von der speziellen Statistik! |
Entartetes Fermi-Gas
Klassischer Grenzfall der Fermi- Verteilung:
(Maxwell- Boltzmann- Verteilung)
für
(stark verdünnt)
- klassischer Limes!
- Merke positives chemisches Potenzial ist ein QM- Grenzfall!!
Nichtklassischer Grenzfall ("Fermi- Entartung ")
Für ξ > > 1
(Grenzfall hoher Dichte!)
Gesamte Teilchenzahl:
Innere Energie:
Substitution
Definition: Fermi- Dirac- Integral der Ordnung s:
Entwicklung für
, also Entartung:
weitere Substitution:
Somit kann man die Grenzen erweitern, da η > > 1
Dies kann man durch Entwicklung von
lösen:
Somit:
Für die Terme gilt im Einzelnen:
Bleibt Integral I zu lösen:
Somit ergibt sich das Fermi- Dirac- Integral gemäß
Speziell:
Also:
Definition: Fermi- Energie:
Bei T= 0 Kelvin sind die Zustände mit E < EF
voll besetzt, die anderen leer!
Wir können dann
durch EF
und
eliminieren:
T→0
Für größere Temperaturen T>0 wird nun
in niedrigster Ordnung in
entwickelt und diese Entwicklung dann eingesetzt in die Formel
Jetzt wird in niedrigster Ordnung in
entwickelt:
Das heißt, für kT=1 zeigt µ über Ef etwa folgenden verlauf:
die Kurve wird für höhere Temperaturen immer weiter auseinandergedehnt!
Innere Energie
Also:
Verwende:
So dass:
Mit
folgt:
Somit haben wir die kalorische Zustandsgleichung
und die thermische Zustandsgleichung
Das bedeutet:
Der Druck des fermigases ist um einen Faktor
größer als in klassischen idealen Gasen
Beispiel:
1 eV entspricht 10.000 K!!
Grund ist das Pauli- Prinzip!!
Also eine effektive Abstoßung der Teilchen! Dies bewirkt für niedrige Temperaturen den enormen Faktor
,
mit dem der Druck gegenüber dem idealen Gas zu multiplizieren ist.
Für sehr hohe Temperaturen überwiegt dann der hintere teil, und es gilt:
Der Fermidruck ist etwa
Also auch größer als beim klassischen idealen Gas, nämlich um den Faktor
!
Spezifische Wärme
Die Wärmekapazität ist sage und schreibe um den Faktor
kleiner als bei idealen gasen.
Bei T ~ 300 K ist dies 1/ 40!
ideales Gas:
Physikalsicher Grund:
Nur die Teilchen in der " Aufweichungszone"
- EF − kT < E < EF + kT
tragen zur spezifischen Wärme bei, da nur sie in freie Zustände thermisch angeregt werden könen :
Zahl:
jedes hat Energie ~ kT
Beispiele für entartete Fermigase
- Elektronen in Metallen → hohe Dichten!
- Elektronen in Halbleitern, bei sehr tiefen Temperaturen oder hoher Dotierung!
Nichtenatartetes fermigas
verdünntes, nichtrelativistisches Quantengas!
z.B. Elektronen in Halbleitern im Normalbereich!
Voraussetzung:
das heißt:
Entwicklung der Fermi- Dirac- Integrale nach Potenzen von
Dabei ist
das Boltzman- Limit mit der Quantenkorrektur
Also:
mit der Entartungskonzentration
Also genähert:
Bei vollständiger Nichtentartung:
Die klassische Maxwell- Boltzmann- Verteilung (vergl. S. 101)
Elimination von μ
durch
- Näherung:
- Näherung
Dabei wurden alle Terme der Ordnung
weggenähert!
Also:
kalorische Zustandsgleichung
mit der Quantenkorrektur
thermische Zustandsgleichung
Also:
Dabei ist
die Zustandsgleichung des klassischen idealen Gases und
eine Erhöhung des klassischen Drucks durch die Fermi- Abstoßung!
Nebenbemerkung:
Mit der thermischen Wellenlänge
entsprechend der de Broglie-Wellenlänge für
E= kT also, schreibt man:
Rechnung geht analog zum Fermigas, nur dass die Besetzungszahlen Nj bis unendlich laufen können:
Die geometrische Reihe konvergiert genau dann, wenn tj < 1, also wenn Ej > μ
à Bose - Einstein- Kondensation erfolgt bereits, wenn Ej=µ!
Somit ergibt sich die Wahrscheinlichkeit, die Besetzungszahlen N1, N2,.... der Einteilchenzustände E1, E2,.... zu finden:
Mittlere Besetzungszahl im Zustand Ej:
Bose- Verteilung
Die Bose- Verteilung folgt auch explizit aus
Die Verteilung divergiert für Ej → µ. Das heißt: Die Zustandssumme Yj divergiert für Ej→µ
Vergleich aller drei Verteilungen:
mit k=-1 → Fermi - Dirac- Statistik
k=0 → Maxwell- Boltzmann
k= + 1 → Bose - Einstein!
Übergang zum Quasikontinuum der Zustände:
Fugazität: ξ = eβμ
somit folgt:
also identisch zum fermigas! (S. 131)
Verdünntes Bosegas
(quasiklassischer, nicht entarteter Grenzfall)
Nebenbemerkung: Entartetetes Bosegas hoher Dichte kann nicht wie im Fermifall behandelt werden, da die Zustandssumme für Ej < µ divergiert!
Entwicklung nach Potenzen von
also:
- μ < 0
Gesamte Teilchenzahl:
Wobei wieder die thermische Wellenlänge eingesetzt wurde. Auch hier:
als Quantenkorrektur
Elimination von μ
durch
0. Näherung:
1. Näherung:
Innere Energie:
Also folgt als kalorische Zustandsgleichung:
Mit der Quantenkorrektur
thermische Zustandsgleichung
Hier wird der Druck um die Quantenkorrektur
verringert.
Dies ist die sogenannte Bose- Anziehung! → Bildung von Bose - Einstein- Kondensaten!
Bose- Einstein- Kondensation
Grundzustand des Bosegases: Eo=0 (Verschiebung der Achse geeignet)
Somit:
Fugazität
Die mittlere Besetzungszahl dieses Quantenzustandes kann makroskopisch groß werden für
(alle Teilchen kondensieren im grundzustand)
Allgemein:
1) Normale Phase:
- ξ = eβμ < < 1
ist vernachlässigbar! → verdünntes Bosegas, siehe oben, S. 140 ff.
2) kondensierte Phase
unabhängig von ξ = eβμ!
Kontinuierlicher Fall:
Vergl. S. 141
Dabei ist dies der nicht kondensierte Anteil, eine normale Komponente, die sich wie verdünntes Bosegas verhält!
| Die kritische Temperatur ist definiert durch
|
Somit ergibt sich der Bruchteil der Kondensierten Teilchen:
Das markierte Gebiet ist das Gebiet der Bose- Einstein-Kondensation! Bei zweikomponentigen Gasen liegt eine normale und ein kondensierte Komponente vor. Dann wird der Druck nur durch die normale Komponente alleine bestimmt! Vergleiche dazu auch: Dampfdruck über einer Flüssigkeit!
Phasenübegang bei TC: normale Phase - >Kondensierte Phase Vorgang der Bose- Einstein- Kondensation è ein makroskopisches Quantenphänomen!
Anwendung:
Die suprafluide Phase von 4He
bei tiefen Temperaturen ähnelt einer 2- komponentigen Flüssigkeit aus normaler und kondensierter Komponente!Das Photonengas im Strahlungshohlraum
Betrachte: elektromagnetische Strahlung in einem ladungs- und stromfreien Hohlraum im thermischen Gleichgewicht:
Ebene Wellen als Lösung der Maxwell- Gleichung!
Mit:
Also: E- Feld, B- Feld und Ausbreitungsrichtung stehen senkrecht aufeinander!
Quantisierung des elektromagnetischen Feldes:
betrachte elektromagnetisches Feld als Feld von Oszillatoren mit Frequenz
- →
Interpretation von nq als Zahl der Schwingungsquanten oder Photonen mit der Energie
und mit dem Impuls
!
Photonen sind Bosonen (da nq=0,1,2,3,4,5,.... möglich!)
mit Spin S=1.
Aber:
Entartungsgrad nur 2: 2 Spinzustände!, entsprechend 2 Polarisationsrichtungen:
linkszirkular und rechtszirkulare Polarisation! der klassischen elektromagnetischen Welle!
Bei linkszirkularer Polarisation gilt:
Bei rechtszirkularer Polarisation gilt:
Die dritte Einstellmöglichkeit tritt nicht auf, da es keine "longitudinalen" Photonen gibt! (longitudinale Wellen!)
Lichtgeschwindigkeit ist c, da m0=0 (Ruhemasse)=0
Im thermischen Gleichgewciht des Photonengases mit den Wänden ("Hohlraumstrahlung") werden ständig Photonen emittiert und absorbiert!
Ihre Anzahl
ist deshalb bereits durch T und V festgelegt und daher keine unabhängige Nebenbedingung!
-> kanonisches Ensemble!
Formal:
Setze μ = 0 in der Boseverteilung (chemisches Potenzial verschwindet)
Dabei kommt der Vorfaktor 2 wegen den beiden möglichen Polarisationsrichtungen!
Übergang zum Quasi- Kontinuum!
Zustandsdichte der Photonen
Somit folgt die Zustandsdichte der Photonen als:
Dabei ist die Energie ein mit dem Volumen skalierter Wert einer spektralen Energiedichte, die über alle Frequenzen integriert wird.
Dem entsprechend ist der Wert der spektralen Energiedichte, die
| Plancksche Strahlungsformel
|
Grenzfälle
klassisches Resultat, Rayleigh- Jeans- Gesetz richtig für
,
aber: Infrarot- Katastrophe!
W. Wien: empirisches Resultat für
!
für irdische Lichtquellen, versagt jedoch für Sonne und Fixsterne!
Plancksche Ableitung der Strahlungsformel (1900):
Postulat:
Strahlungsenergie gequantelt gemäß En = nhν
in Zustandssumme!
Damit konnte M. Planck erstmals die Strahlung schwarzer Körper (also vollständig absorbierender Strahlungshohlräume im thermodynamischen Gleichgewicht) erklären!
Er konnte damit auch zwischen Rayleigh- Jeans und Wien interpolieren!
- historischer Ausgangspunkt der Quantenmechanik!!
Maximum der spektralen Energiedichte für
Wiensches Verschiebungsgesetz
Hier sieht man den Verlauf für T=100, 200, 300, 400 K:
Gesamtenergie
Gewinnt man durch Integration über alle Frequenzen:
Also das Integral unter den obigen Kurven mal das Volumen des Hohlraums!
Auch für einen Strahlungshohlraum lassen sich Wärmekapazität, Druck etc.. angeben:
Wärmekapazität:
Strahlungsdruck im Hohlraum
Aus
folgt mit der kanonischen Zustandssumme Z:
Dies ist keineswegs Null, denn: mit dem Volumen V ändert sich die Frequenz einer stehenden Welle:
Der Strahlungsdruck!
Also:
Das heißt: In einem Hohlraum steigt der Strahlungsdruck mit der vierten Potenz der Temperatur!
Betrachtet man dies in N/ m², so ergibt sich:
Im Zentrum der Sonne allerdings herrschen
bar Strahlungsdruck!:
Einsteinsche Ableitung der Planckschen Strahlungsformel
(1917)
Einstein hatte den begriff "Photon" im Zusammenhang mit dem Photoeffekt entwickelt. Im Strahlungshohlraum seien 2 Niveau- Atome, die zwischen den Energien E1 und E2 mit Entartungsgrade g1 und g2 Strahlungsübergänge machen können, indem sie Photonen der Energie hν = E2 − E1 absorbieren oder emittieren!
Im thermodynamischen Gleichgewicht gilt für die mittleren Besetzungszahlen der elektronischen Atomniveaus (Fermionen):
Dabei gilt für die Besetzungswahrscheinlichkeiten:
Im thermischen Gleichgewicht werden im Mittel so viele Photonen emittiert wie absorbiert:
Ansatz für die Raten (= Anzahl der Übergänge pro Zeit und Volumen)_
1) Absorption:
mit der Photonenzahl u:
Man erhält als mittlere Lebensdauer eines Anregungszustandes:
Diese wurde von Einstein neu eingeführt!
- Grundlage der Maser (1954) und Laser (1961)
Vergleichsweise zum chemischen Massenwirkungsgesetz (Kapitel 4.5) gewinnt man schließlich eine Bilanzgleichung mit den "Einstein- Koeffizienten" B12, A21 und B21:
Auf das richtige Plancksche Strahlungsgesetz kommt man über 2 zusätzliche Postulate:
Damit muss man das Strahlungsgesetz in der Form
schreiben können. Die Bose-Einstein-Verteilung ist also bereits herausgekommen!
das heißt: für hohe Temperaturen sollte das Strahlungsgesetz in das Rayleigh-Jeans-Gesetz übergehen!
Damit gewinnt man den Faktor a!
|
Verallgemeinerung
kann auf Elektronensysteme im Nichtgleichgewicht geschehen!
Wie bei Photonen nur mit effektivem chemischem Potenzial
Spezifische Wärme zweiatomiger idealer Gase
Bisher: keine inneren Freiheitsgrade von Teilchen berücksichtigt, nur: Translation!
Jetzt: Innere Freiheitsgrade der ROTATION und SCHWINGUNG (bei mehratomigen Molekülen)
Gesamtenergie eines zweiatomigen Moleküls:
Mit:
Als Energien für Translation, Rotation und Schwingung!
Dabei kennzeichnet r den Abstand der beiden Atome
mit
P: Schwerpunktsimpuls
M: m1+m2 Gesamtmasse
L: Drehimpuls
r: Relativkoordinaten
reduzierte Masse
- pr
Relativimpuls
aus
r: Relativkoordinaten
reduzierte Masse
→mr2
= Trägheitsmoment bezüglich der beiden Hauptträgheitsachsen
Verbindungslinie!
Das effektive Potenzial setzt sich dabei zusammen aus Zentrifugalbarriere und 1/r- Potenzial:
Der Gleichgewichtsabstand ro ergibt sich gemäß
Taylorentwicklung der Schwingungsenergie für kleine Schwingungen liefert:
Molekül - Zustandssumme im kanonischen Ensemble:
Somit folgt als Zustandssumme aller N Moleküle:
Mit dem Translationsanteil
Somit folgt für die innere Energie:
Für die Wärmekapazität gilt:
Pro mol (N=Na):
- cV = cvt + cvr + cvs
Spezifische Wärme der Translation
Die spezifische Wärme der Translation wurde bereits berechnet.
Dabei ergab sich:
(ideales Gas, Kapitel 4.1)
(entartetes Fermigas, vergl. 5.2)
Bosegas: vergl. 5.3
Rotations- und Schwingungswärme: Quanteneffekte wichtig! (Einfrieren von Freiheitsgraden)
Spezifische Wärme der Rotation
Eigenwerte des Bahndrehimpulses
2l+1 - fache m - Entartung (ohne Spin)
Somit:
für den Gleichgewichtsabstand: ro
Für ein Teilchen also:
Jeder Zustand wird so oft gezählt wie er entartet ist!
Für
- T > > Θr
dominieren große l- Werte in
.
Der Abstand der Energien wird quasi kontinuierlich. Deshalb:
Dies ist gleich dem klassischen Wert! Entspricht einem Gleichverteilungssatz mit 2 Rotationsfreiheitsgraden senkrecht zur Molekülachse!
- T < < Θr
→ die Zustandssumme wird von den kleinen l- Werten alleine bestimmt! in
tragen nur die kleinen l- Werte bei!. Näherungsweise kann man die Zustandssumme für l=0,1 auswerten:
Es ergibt sich etwa folgender Verlauf für Wasserstoff:
und für Sauerstoffmoleküle:
Damit ist der dritte Hauptsatz erfüllt, da
im Gegensatz zum klassischen Gleichverteilungssatz.
Also: für T < < Θr
frieren die Rotationsfreiheitsgrade ein!
- kΘr
ist eine typische Rotationsenergie → tiefe Temperaturen!
dabei ist
Achtung! der inverse Abstand geht auch noch in die Rechnung ein.
Dadurch sinkt Θr
für größere Moleküle sehr stark!
Es folgt:
Θr
H2 85,4K HCl 15,2 K N2 2,9K O2 2,1 K
Die bisher gemachten Betrachtungen sind nur für verschiedene Atome im Hantelmolekül korrekt! Bei Gleichen Atomen muss man noch die Ununterscheidbarkeit berücksichtigen!
Beispiel:
H2- Molekül! (historisch wichtig!) führt zur Entdeckung des Kernspins der Protonen!!!
Die Elektronen sind hier vernachlässigbar!
Da die Masse so klein ist
groß!
Weiter
Der Zustand der H- kerne (Fermionen!)muss antisymmetrisch in Spin und Bahn bei Vertauschung der Kerne sein:
Ortho- Wasserstoff
Kernspins
→ S=1
(Triplettzustand : 2S+1=3)
Bahnzustand ist ungerade: l =1,3,5,....
Para- Wasserstoff
Kernspins
→ S=0
(Singulettzustand : 2S+1=1)
Bahnzustand ist gerade: l =0,2,4,....
Da die Umwandlung von Ortho- und Para- Wasserstoff sehr langsam stattfindet (Gleichgewichtseinstellung) kann man beides getrennt messen!.
Das Verhalten ist unterschiedlich
- Hinweis auf den Kernspin, der damit fermionisch sein muss!
kernspin:
→ Fermionen
Spezifische Wärme bei Schwingungen
n=0,1,2,....
Energieeigenwerte des harmonischen Oszillators!
Also:
Damit ergibt sich für Wasserstoff
Wie man sieht, werden die Schwingungsfreiheitsgrade erst bei wesentlich höheren Temperaturen angeregt. Dies liegt im Wesentlichen an der geringen Masse von Wasserstoff
(kleine Masse →
sehr groß!)
tabellarisch:
ΘS
H2 6340K HCl 4140K N2 3380K O2 2270K Cl2 810K Br2 470K J2 305K
Für
- T > > ΘS
nähert man:
Auch dies entspricht wieder dem klassischen Gleichverteilungssatz!
- T < < ΘS
Allgemein gilt:
- ΘS > > ΘR
Molekülschwingungen bleiben bis zu wesentlich höheren Temperaturen eingefrohren als die Rotation!
- Bei Zimmertemperatur ist im Allgemeinen die Schwingungswärme vernachlässigbar!
- → es gilt: f=5 für ein zweiatomiges Molekül!
Spezifische Wärme von Festkörpern
Spezifische Wärme von Festkörpern
Einsteinsche Theorie (1907):
Jedes Molekül des Festkörpers ist harmonisch an seine Ruhelage gebunden, mit gleicher Frequenz ω
Also: Pro Mol 3Na harmonische Oszillatoren (3 kartesische Koordinaten!)
Nach Parapgraph 5.5:
Damit ergibt sich beispielsweise für Diamant:
Wobei im Nullbereich für kleine Temperaturen:
Ansonsten:
Bemerkung:
Experimentell gilt jedoch für tiefe Temperaturen nicht
sondern
!
Debyesche Theorie (1911):
Kopplung der Moleküle untereinander
- Festkörper als elastisches Medium mit stehenden Wellen, die der Dispersion unterliegen:
Interpretation der Schwingungsquanten als Quasiteilchen (Bosonen): Phononen!
Dispersionsrelation
Es existieren 3 Zweige (1 longitudinale, 2 transversale Schallwellen (entsprechen akustischen Phononen)
Das Spektrum wird bei q = qD
so abgeschnitten, dass die Zahl der Freiheitsgrade gerade 3N ist (N Gitterpunkte)!
Zustandsdichte des Phononengases (vergl. Photonengas, S. 145)
Dabei ist
- ωD
die mittlere Abschneidefrequenz (= Debye- Frequenz)
Nach § 5.5 trägt jede Frequenz mit
zur inneren Energie bei!
Also ergibt sich als gesamte innere Energie:
Mit der Debye- Temperatur
folgt:
Typische Debye- Temperaturen:
Diamant: ΘD = 1860K
→ ungewöhnlich hoch → Quanteneffekte beobachtbar!
Aluminium: ΘD = 390K
Blei: ΘD = 88K
Näherungen:
- extremer Quantenlimes der spezifischen Wärmekapazität, entsprechend dem experimentell beobachteten Tieftemperaturverhalten!
Gesetz von Dulong- Petit (klassisch)
Nebenbemerkung
Falls mehr als Ein Atom in der Elementarzelle des Gitters sitzt, so existieren weitere Zweige der Dispersionsrelation! (optische Phononen). Diese können mit der Einsteinschen Theorie
Paramagnetismus
Paramagnetismus: vorhandene magnetische Momente werden durch ein äußeres Magnetfeld ausgerichtet! Keine WW der Elementarmagnete untereinander
Ferromagnetismus: Korrelation der permanenten Elementarmagnete untereinander! → spontane Magnetisierung!
Diamagnetismus: die magnetischen Momente werden erst durch ein äußeres Magnetfeld induziert → Abstoßung (Lenzsche Regel)!
Modell eines Paramagneten
N ortsfeste (und somit unterscheidbare Teilchen!) mit Drehimpuls
im Magnetfeld der Induktion
Drehimpulsquantisierung:
Energie:
mit μBohr
= Bohrsches Magneton!
z.B. Spin:
Bahn: l = 1,g = 1,ml = − 1,0,1
Einteilchen- Zustandssumme
Beispiel: l = 1/2:
Als Einteilchenzustandssumme
Magnetisierung M (= mittleres magnetisches Moment pro Volumen)
Brillouin- Funktion
z.B. l= 1/2:
(Lorgevin- Funktion)
Dies entspricht einer thermischen Zustandsgleichung
Hohe Temperaturen
- kT > > μB
Beispiel: B= 1 Tesla → T >> 1K
Entwicklung
linear in B!
speziell: l= 1/2:
Curie- Gesetz!!
magnetische Suszeptibilität χm
definiert durch
- M = χmH
mit dem Magnetfeld H
und μ0
als absolute Permeabilität
Vergleich mit der thermischen Zustandsgleichung:
Mit der Curie- Konstanten C!
(Mit zunehmender Temperatur wird die Ausrichtung der Momente in Feldrichtung durch die Wärmebewegung der Momente gestört!)
Tiefe Temperaturen, hohe Magnetfelder:
für
Also:
Vollständige Ausrichtung aller Momente
Vergleich mit der klassischen rechnung
mit
fest (magnetisches Moment!) und α
Phasenraumvariable!, Winkel zwischen dem B- Feld und den magnetischen Momenten!
Klassische Zustandssumme:
Vergleich für l=1/2, g=2 (Spin)
klassisch
im Gegensatz zu quantentheoretisch:
Also für x→ 0 (hohe Temperaturen):
(klassisch)
(quantentheoretisch!)
und für x →
(tiefe Temperaturen):
(klassisch)
(quantentheoretisch)
Somit folgt (die obere Kurve ist die quantentheoretisch ermittelte):
Abszisse: x = mB/(kT)
Ordinate: MV/Nm
Wie man sieht, weichen die beiden Rechnungen stark voneinander ab!
Vergleich für l>>1
quantentheoretisch:
und μl = m
Klassisch dann mit der Näherung
für
- kT > mB
klassisch:
(klassische Brillouin- Funktion)
Für l=2 folgt:
Dabei ist die klassische Kurve nun steiler! Die Abweichung ist immer noch immens, da die quantentheoretische Kurve nun genähert ist!
Für l=5:
und schließlich l=10:
Dabei wurde wieder
Abszisse: x = mB/(kT)
Ordinate: MV/Nm
Energie und Entropie
Entropie S für
N- Teilchen- Zustandssumme ZN
Statistischer Operator für kanonische Verteilung:
- Z − 1e − βH
(kalorische Zustandsgleichung
)
Limes
Im Folgenden ist die Entropie (kN=1) gegen die Temperatur (arbitrary units) geplottet:
Dabei sind die Flacheren Kurven für größere Magnetfelder. Bei jeder Kurve wurde das Magnetfeld (a.u.) verdoppelt!
Adiabatische Entmagnetisierung
Bei paramagnetischen Salzen sind bei tiefen Temperaturen die Gitterschwingungen schon eingefroren. Noch tiefere Temperaturen erreicht man dann durch die adiabatische Entmagnetisierung (insbesondere mit Kernspin)Ferromagnetismus
FOLGT...
Siehe auch
Theoretischer Festkörperphysik [1] (Vorlesung im SS10)
zum Eigenwert +1, der symmetrische Zustand!
Die Fermi-Verteilung!

